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Artikel Tagged ‘Übersetzungen’

Über die sprachlichen Feinheiten zwischen Romands und Franzosen

19. August 2014

Nicht nur beim Schweizer Hochdeutsch, sondern auch beim westschweizerischen Französisch ist eine Nuance «Swissness» spürbar. Unser Korrektor Christian Treffort, ehemals Dozent für Französisch am Institut für Medienwissenschaften (IAM) und am Institut für Übersetzen und Dolmetschen (IUED) der ZHAW in Winterthur, geht im Interview auf Sprachvarietäten der französischen Sprache ein und erklärt unter anderem, weshalb die Franzosen «quatre-vingts» statt die Zählweise mit «-ante» wie die Schweizer oder die Belgier verwenden.

Redigiert und korrigiert freiberuflich für uns – Christian Treffort.

Herr Treffort, können Sie uns im Rahmen der Sprachvarietäten der Schweiz und Frankreichs einige Substantive nennen, die besonders auffallen, witzig oder originell sind?
Das Wort déçu, bedeutet auf beiden Seiten der Grenze das Gleiche. Die Phrase déçu en bien (wie sie in der Westschweiz verwendet wird) erscheint einem Franzosen auf den ersten Blick als beinahe unverständlich. Natürlich versteht er dann aber mithilfe des Kontextes, dass damit eine positive Überraschung gemeint ist: «J’avais un peu peur, et finalement, j’ai été déçu en bien» = «Ich fürchtete mich ein wenig, doch am Ende war ich positiv überrascht».
Im Welschland gibt es am Morgen das déjeuner, am Mittag das dîner und am Abend das souper. In Frankreich hingegen nimmt man am Morgen das petit déjeuner ein, am Mittag das déjeuner und am Abend das dîner. Souper wird in Frankreich höchstens dann verwendet, wenn man vom Essen spricht, das man am Abend beispielsweise nach einem Theaterbesuch zu sich nimmt. Die Westschweizer sind aber nicht die Einzigen, die souper verwenden: Es ist auch in Quebec geläufig.
Noch etwas Weiteres, das mir gerade einfällt: Wenn ein Westschweizer einen Fehler schreibt, muss er das Wort tracer (durchstreichen). Ein Franzose hingegen würde es rayer oder biffer.

Kann man diese Unterschiede erklären, zumindest bei einzelnen Wörtern?
Die Unterschiede können unterschiedliche Ursachen haben. Dies kann zum einen der mehr oder minder starke konservative Charakter einer Region oder eines Landes sein. So hat das Wort déçu, das im Altfranzösisch trompé (sich geirrt haben) bedeutete, bei den Franzosen die ursprüngliche Bedeutung verloren, während die Westschweiz diese beibehalten hat. Auch das englische Wort to deceive hat diese Idee der Täuschung, Illusion oder List beibehalten. Bei tracer ist ziemlich klar, dass es von streichen aus der Deutschschweiz beeinflusst wurde.

Gibt es auch Unterschiede zwischen dem Schweizer Französisch und demjenigen in Paris auf anderen Ebenen der Sprache: der Grammatik, der Syntax oder der Orthografie?
Man kann nicht wirklich von grammatikalischen Unterschieden zwischen dem schweizerischen und dem französischen Französisch sprechen. Die Syntax und die Morphologie sind das Beständigste, das eine Sprache hat; und Westschweizer und Franzosen sprechen die gleiche Sprache. Ein Deutschsprachiger, der in der Schule Französisch gelernt hat, wird die Leute in Genf genauso gut verstehen, wie diejenigen in Lausanne, Paris, Lyon, Lille, Bordeaux oder Nantes. Er wird sich auch schnell an den Dialekt im Süden gewöhnen. Aber ein Westschweizer oder ein Franzose, der beispielsweise in Berlin Deutsch gelernt hat, wird bei einem Besuch in Zürich das Gefühl haben, dass er weder etwas weiss noch versteht, da der Unterschied zwischen dem Standarddeutsch und dem «Züritütsch» enorm ist. Es stimmt zwar, dass manche Westschweizer das stumme «e» aussprechen, indem sie den vorangehenden Vokal verlängern (zum Beispiel in matinée), aber die Aussprache ändert nichts an der Morphologie des Wortes.

Welche unterschiedlich verwendeten Wörter sagen etwas über die Kultur der jeweiligen Region aus?
Gewisse Wörter widerspiegeln kulturelle Unterschiede, besonders solche, die politische Gegebenheiten aufweisen. Das wohl bekannteste Wort in der Hinsicht ist bourgeois, das in Frankreich mindestens seit Flaubert negativ konnotiert ist («J’appelle bourgeois tout ce qui pense bassement» = «Für mich ist bourgeois [bürgerlich] alles das, was ein geringes Denkvermögen besitzt»). Es bezeichnet im gleichen Zuge eine soziale Schicht und eine eher konservative Einstellung. In der Westschweiz hat être bourgeois de eine politische Bedeutung wie andernorts sein Pendant originaire de, das man in amtlichen Dokumenten findet. Diese Begriffe existieren in Frankreich nicht, so wenig wie der Begriff der commune bourgeoise (Bürgergemeinde). Dieser kulturelle Unterschied politischer und institutioneller Natur findet sich ebenso in den Begriffen conseiller d’Etat, conseiller aux Etats (Regierungsrat, Ständerat). Die Bildung, die Funktion wie auch die Art der Bezeichnung der Ratsperson und der Versammlung, der sie angehört, sind in der Schweiz und in Frankreich total verschieden. In der Schweiz handelt es sich um einen politisch gewählten, administrativen Verwalter, in Frankreich bloss um einen nominierten und nicht gewählten Verwalter. Als 1982 der Film «Espion, lève-toi» von Yves Boisset mit dem Schauplatz Zürich herauskam, spottete die Schweizer Presse darüber, welche Macht Jean-Paul Chance, einem Regierungsrat, im Film zugestanden wurde.

In der Schweiz und in Belgien sagt man «septante» bzw. «nonante». Wie kommt es, dass die beiden Regionen eine gemeinsame Zählweise verwenden, die im Gegensatz zu derjenigen in Paris steht?
Septante, octante (huitante) und nonante sind Teil einer Eigenartigkeit, deren Ursprung man zwar erklären kann, nicht aber deren Verwendung: Es ist gewiss, dass die Kelten nicht nur das Dezimalsystem (Zahlensystem mit der Einheit 10), sondern auch das Vigesimalsystem (Zahlensystem mit der Einheit 20 – also das Total von Fingern und Zehen) verwendeten. Das bekannteste Beispiel, das noch Spuren davon in sich trägt, ist das «Hôpital des Quinze-Vingts» in Paris, dessen Ursprung im Mittelalter liegt und diesen Namen trägt, da es 300 Betten beherbergt (15×20). Warum nun Frankreich dieses System verwendet, weiss man nicht. Es sei aber angemerkt, dass die Zählweise mit «-ante» teilweise auch im Osten Frankreichs verwendet wird.

In der Deutschschweiz ist es noch nicht so lange her, dass man − vor allem in der Schule − dazu tendierte, Helvetismen zu vermeiden. Heute zeigt sich ein gewisser Stolz auf die Sprachvarietäten des Schweizer Hochdeutschen. Gibt es eine solche Entwicklung auch in Bezug auf das Schweizer Französisch?
Das stimmt, in der Deutschschweiz kommt man wieder mehr auf den Dialekt zurück. Dieses Phänomen einer «Renationalisierung» der Sprache entspricht in einem gewissen Mass dem, was ein sprachlicher Verlust, also eine Verarmung der Sprache, genannt wird: Der Dialekt reicht für die alltägliche Sprache aus und Englisch spielt die Rolle der Lingua Franca für die Arbeit. Die Nähe zu Deutschland und die Einstellung Deutscher in Führungspositionen könnten zusätzlich den Wunsch hervorgerufen haben, die eigene Identität zu bewahren. Zum Schluss hat bestimmt auch die Entwicklung von Lokalradios ab Anfang der Achtzigerjahre einen Einfluss gehabt. Sie sprechen das Publikum in ihrer Sprache an. Dieses Phänomen findet man in der Westschweiz nicht: Westschweizer und Franzosen sprechen die gleiche Sprache – mit den Nuancen, die ich bereits zuvor erläutert habe.

Gibt es auch bei der paraverbalen Kommunikation (Laute, Intonation) Unterschiede je nach Region?
Die Leute aus dem Süden sind in ihrer paraverbalen Kommunikation aktiver als die Westschweizer und die Nordfranzosen. Aber es scheint so, dass sich der Affekt eher in den typischen Ausdrücken der Art peuchère, fan de chichourle, bonne mère oder putaing con zeigt als in der entsprechenden Gestik.

Wie sieht es mit non-verbalen Eigenheiten aus, zum Beispiel bei der Begrüssung?
In der Westschweiz begrüsst man sich mit drei Küsschen. In Frankreich sind es – je nach Region zwei bis vier oder sogar nur eines, wie in der Region Poitiers. Bestimmte Regionen beginnen mit der linken Wange, andere mit der rechten. Die Westschweizer donnent oder font un bec (geben ein Küsschen), die Franzosen font la bise.

Gibt es ein Begriffspaar, bei dem die Verwendung der einen Variante zu Missverständnissen führen könnte?
Statt donner oder faire un bec verwenden einige Westschweizer manchmal ein weiteres Wort, nämlich baiser. Die Franzosen sagen ja − wie bereits erwähnt – font la bise. Wenn eine Westschweizerin nun sagt: «Je croyais être fâchée avec Jean mais, quand nous nous sommes revus, il m’a baisée» («Ich dachte, Jean wäre wütend auf mich, aber als wir uns wieder sahen, hat er mich geküsst»), wird ein Franzose vor Lachen weinen, denn baiser ist in Frankreich ein Synonym zu faire l’amour.

Vielen Dank für das Interview, Christian Treffort. Wie das letzte, witzige Beispiel besonders drastisch zeigt, ist es für ein KMU-Unternehmen sehr wohl von Belang, seine konkrete Zielgruppe zu kennen und anzusprechen. Ansonsten ist der Tritt in ein sprachliches Fettnäpfchen schnell gemacht oder aber die Botschaft wird nicht verstanden. Nur eine Übersetzung, die sich an der Zielgruppe orientiert, ist eine treffsichere Übersetzung.

Lesen Sie in einem weiteren Blogartikel von uns mehr über die gezielte Ansprache von Schweizer Kunden.

Gesucht – gefunden: Mit treffenden Texten finden Unternehmen und Stellensuchende zueinander

14. Juli 2014

Die Mitarbeiter sind das Herzstück der Unternehmen. Ohne sie gibt es weder eine Kommunikation mit den Kunden noch ein persönliches Angebot an Dienstleistungen. Passende Mitarbeiter zu finden, mit denen auch eine Interaktion auf globalen Märkten möglich ist, stellt für die Unternehmen jedoch eine Herausforderung dar.

Das Personalwesen ist ein zentraler Bereich, dessen Aufgaben vom Verfassen einer Stellenausschreibung über die Evaluation von Bewerbungsunterlagen bis hin zum Erstellen von Arbeitsverträgen und Arbeitszeugnissen reicht. Was von vornherein klar ist: Jede Zusammenarbeit fängt mit einem Text an. Egal, ob als internationaler Logistikdienstleister oder als Personalvermittlungsbüro in Zürich: Werden in der gesamten Schweiz Mitarbeitende gesucht, sind Stellenausschreibungen in Französisch, Italienisch oder auch Englisch unvermeidbar. Dabei ist es wichtig, in allen Sprachen dieselbe Unternehmenskultur und dieselben Anforderungen zu vermitteln. Inhaltlich klare und sprachlich konsistente Texte sprechen die Top-Kandidaten, Headhunter und HR-Experten an und schaffen das entscheidende Vertrauen. Wenn diese textspezifischen Ansprüche erfüllt sind, steht einem effizienten Bewerbungsprozess nichts mehr im Weg.

Mit der Bewerbung Kompetenz vermitteln

Für den Bewerber dagegen geht es in erster Linie darum, einen guten und bleibenden Eindruck zu hinterlassen sowie seine Kompetenzen verständlich darzustellen. Dies kann einerseits mithilfe eines sauberen und modernen Layouts bei den Bewerbungsunterlagen und andererseits mithilfe eines fehlerfreien und stilsicheren Texts erreicht werden. In welcher Sprache die Bewerbungsunterlagen zu verfassen sind, beruht auf einer simplen Regel: Die Sprache der Bewerbung sollte mit der des Stelleninserats übereinstimmen. Neben dem Lebenslauf und dem Bewerbungsschreiben werden oft auch Zeugnisse oder Diplome verlangt. Selbst bei guten Sprachkenntnissen ist es nicht empfehlenswert, Letztere eigenhändig zu übersetzen. Dafür bieten sich Übersetzungsbüros an, die die Bewerbungsmodalitäten der verschiedenen Länder berücksichtigen und solche Dokumente auch notariell beglaubigen lassen.


Interview:
«Terminologie-Service ist für Übersetzungen in der HR-Abteilung entscheidend»

Doris Hekele ist seit neun Jahren in der Human Resources der Gondrand Ltd. tätig, eines internationalen Transport- und Logistikdienstleisters. Im Interview schildert sie unter anderem, worauf es bei Übersetzungen in der HR-Abteilung ankommt.

Doris Hekele

Doris Hekele

Frau Hekele, wie sehen Sie die Rolle der HR-Abteilung?

Sie ist eine Schlüsselabteilung und verantwortlich für die Balance zwischen Spannung und Entspannung. Bei zu viel Spannung können wir der Geschäftsleitung den Spiegel vorhalten und zeigen, was schief läuft, sowie erklären, welche Konsequenzen dies für beide Seiten haben kann.

Worauf legen Sie denn in Ihrem Unternehmen besonders viel Wert?

Auf einen fairen und respektvollen Umgang miteinander. Wichtig sind mir die Potenzialerkennung und -entwicklung. Mitarbeiter brauchen Zeit, um sich auszuprobieren. Damit ein Mitarbeiter die grösstmögliche Wirkung erzielt, muss er sich als ganze Persönlichkeit einbringen können. Als sinnvolle Arbeit wird er jenen Job betrachten, der ihn weiterbringt. Hat er das Gefühl, wachsen zu können, dann bleibt er dem Unternehmen lange treu. Wichtig ist es, die Menschen nicht nur zu holen, sondern auch zu halten.

Benötigen Sie in Ihrer HR-Abteilung Übersetzungen?

Ja, denn als international tätiges Unternehmen haben wir eine Marktpräsenz sowohl in Europa als auch im Fernen Osten, in den USA und in China. Doch für die Sprachenvielfalt müssen wir gar nicht über die Landesgrenzen hinaus, allein für unsere Publikationen in der Schweiz benötigen wir Übersetzungen in Französisch und Italienisch. Unsere Mitarbeiter in der Westschweiz sowie im Tessin erhalten die wichtigsten Dokumente in ihrer jeweiligen Landessprache.

Was ist Ihnen bei diesen Übersetzungen wichtig?

Wichtig sind für uns eine effiziente, verlässliche Auftragsabwicklung und ein qualitativ hochstehendes Ergebnis. Unkomplizierte, strukturierte Kontakte vereinfachen den Weg ebenfalls. Ein ausschlaggebender Faktor ist ausserdem, dass das Übersetzungsbüro über einen Terminologie-Service verfügt, denn dieser sorgt dafür, dass unsere Botschaften beim Empfänger authentisch und glaubhaft ankommen.


Interview: «Übersetzungen sollen der Firmenkultur von Adecco entsprechen»

Cosimo Fersino, HR Assistant & Projects bei Adecco Human Resources AG Zürich, erklärt im Interview, was Personalvermittler mit Übersetzungen zu tun haben.

Cosimo Fersino

Cosimo Fersino

Herr Fersino, wofür braucht es einen Personalvermittler?Der Personalvermittler ist ein Drehpunkt zwischen Unternehmen und Arbeitnehmern und deshalb sehr wichtig. Wir sind bei personellen oder strukturellen Veränderungen gefragt. Da spielen auch Übersetzungen eine grosse Rolle.

Weshalb?

Da wir gesamtschweizerisch tätig sind, benötigen wir sowohl französische als auch italienische Übersetzungen. Teilweise sogar englische, da wir der Adecco Group angehören.

Gibt es etwas, worauf Sie bei den Übersetzungen besonders schauen?

Uns sind korrekt und professionell übersetzte Texte wichtig. Des Weiteren setzen wir auf firmenspezifische Übersetzungen, die der Firmenkultur von Adecco entsprechen: also Texte, die nicht 1:1 übersetzt sind, sondern interne Begriffe verwenden, zum Beispiel «Adecco Kolleginnen und Kollegen» oder «Adecco Switzerland». Es ist ausserdem wichtig, dass unsere jeweiligen Formate und Vorlagen übernommen werden. Die Übersetzung von Stelleninseraten soll demnach rechtsbündig belassen und nicht im Blocksatz gestaltet werden. Dies ist viel effizienter für uns.


Fazit: Von Fremden zu
Arbeitskollegen

Unternehmen erzielen die grösste Wirkung, wenn Mitarbeitende ihre ganze Persönlichkeit einbringen können und Perspektiven erkennbar sind. Um dahin zu gelangen, müssen Unternehmen mit ihren inhaltlich klaren und sprachlich einheitlichen Stellenausschreibungen die richtigen Leute anziehen. Die Bewerber hingegen müssen die Unternehmen mit ihren professionellen und stilsicheren Unterlagen überzeugen. So kann sich aus Fremdsein eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ergeben.

Wenn Sie mehr über Ihre Chance auf einen Job im Ausland erfahren wollen, lesen Sie den Beitrag «Das Ticket zum Traumjob im Ausland» von Roman Probst, CEO der TRANSLATION-PROBST AG.

Wie wichtig sind Netzwerke in der PR-Branche?

9. Juni 2014

logo_prsuisse_312x90_zprgTRANSLATION-PROBST AG ist neuer Sponsor der Zürcher Public Relations Gesellschaft (ZPRG) und unterstützt deren Mitglieder beim Optimieren von Texten und Übersetzungen – ob für Geschäftsberichte und Unternehmensbroschüren, Fachartikel und Medienmitteilungen oder Websites.

Für uns Grund genug, die Wichtigkeit des Themas Netzwerke mal zu beleuchten und zum Start der neuen Partnerschaft den ZPRG-Präsidenten Christian Wick hierzu zu interviewen.

Herr Wick, wann lohnt sich ein Sponsoring für ein Unternehmen aus der Perspektive eines PR-Profis?

Christian Wick:
Grundsätzlich lohnt sich ein Sponsoring nur dann, wenn es langfristig in die Kommunikationsstrategie passt, die gewünschten Zielgruppen anspricht und entsprechend in die Gesamtkommunikation eingebettet ist.

Früher war Sponsoring mehr ein Gönnertum, heute ist es ein komplexes Kommunikationsinstrument. Was raten Sie Ihren Kunden, wenn sich diese als Sponsoren engagieren möchten?

Christian Wick:
Versuchen Sie, wenn immer finanzier- und machbar, als Hauptsponsor aufzutreten. So können Sie heute als starker Partner Ihr Sponsoringengagement mitprägen und damit optimieren. Vergessen Sie dabei nie, dass es neben dem berühmten Sponsoringfranken, einen weiteren Franken braucht, um Ihr Sponsoring bei den relevanten Zielgruppen auch bekannt zu machen.

Kritische Stimmen finden, ein Sponsoring sei schwierig zu messen und bringe erst nach einem mehrjährigen Engagement etwas. Wenn überhaupt. Was entgegnen Sie den Skeptikern?

Christian Wick:
Die Messbarkeit ist in der Tat schwierig. Es gibt Veranstalter, die machen einen guten Job und können ein Sponsoring quantitativ beispielsweise mit Besucherzahlen oder Kontaktdaten belegen. Andere Instrumente sind Umfragen oder Studien, die aber Zusatzkosten verursachen. Ein langfristiges Engagement zahlt sich mit Sicherheit besser aus als eine nur punktuelle und einmalige Unterstützung. Die Devise „reduce to the max“ gilt auch hier.

Wie wichtig sind Netzwerke in der Kommunikationsbranche und auch allgemein?

Christian Wick:
Ein funktionierendes und breites Netzwerk ist das A und O eines jeden Kommunikationsberaters. Ohne dieses Netz geht gar nichts. Dies gilt nicht nur für die Kommunikationsbranche. Ein Netzwerk ist allerdings nur so gut, wie es gepflegt wird. Dies wird oft unterschätzt.

Zu guter Letzt: Warum hat sich die ZPRG für die TRANSLATION-PROBST AG als Sponsor entschieden?

Christian Wick:
Wir suchen vornehmlich Partner, die zu unserer Branchen und zu unseren Mitgliedern passen. Viele müssen sich tagtäglich um Übersetzungen kümmern. Sei es, dass ihre Firmensprache nicht Deutsch ist oder ganz einfach, weil der gesamte Schweizer Markt in mindestens drei Landessprachen bearbeitet werden muss. Deshalb passt die TRANSLATION-PROBST AG hervorragend zur ZPRG. Wir freuen uns sehr über ihre Sponsoringzusage für ein erstes gemeinsames Jahr.

Wort der Woche «Einheitlichkeit»

1. Juni 2014

Jeden Tag wird die Website der TRANSLATION-PROBST AG von Besuchern durchstöbert. Manchmal kommt es allerdings vor, dass ein Begriff nicht sofort gefunden wird. Dann wird in der Such-Box gesucht. Einer der am häufigsten gesuchten Begriffe ist «einheitlich» bzw. «Einheitlichkeit». Gemeint ist dabei die «Einheitlichkeit» der Sprache bzw. des Textes – ein wichtiger Teil der Corporate Language. Deshalb machen wir es hier zu unserem Wort der Woche.

shutterstock_173282471Die Einheitlichkeit des Textes hat eine sehr lange Geschichte, vor allem in der Literatur. Für das Theater wurden im 16. Jahrhundert im Rückgriff auf Aristoteles die Einheit von Zeit, Raum und Handlung proklamiert. Ein Theaterstück sollte lediglich die Zeit der Aufführung bzw. eines Tages umfassen, am gleichen Ort spielen und alle Aktionen sollten dem Fortgang einer Handlung dienen. Diese Regel hatte bis weit in die Neuzeit hinein Gültigkeit. Der Roman, vor allem in seiner Blütezeit im 19. Jahrhundert, setzte sich zum Ziel, ein Weltmodell zu schildern, «das die Komplexität und Fülle der Lebenserfahrungen und Diskurse einer Zeit abbilden und/oder in sich aufnehmen kann» (Basislexikon zur literaturwissenschaftlichen Terminologie). Diese Idee war eng mit der Einheitlichkeit der Romangestaltung verbunden. In der Moderne, d.h. vor allem in der Zeit um 1900, begann der Zweifel an der Möglichkeit, die Lebenserfahrungen und Diskurse einer Zeit in ihrer Ganzheit zu erfassen und darzustellen. Wahrnehmung wurde zunehmend als fragmentarisch, perspektivisch betrachtet. So entstanden Romane, die aus einer engen Sichtweise, etwa eines erfolglosen Annoncenakquisiteurs oder eines Kindes, das nicht erwachsen werden will, erzählt wurden. Andere Romane wurden aus unterschiedlichen Perspektiven und so auch auf verschiedenen Stilebenen erzählt. Einheitlichkeit ist seither kein Kriterium für die Qualität eines Romans mehr.

Damit haben wir uns aber sehr weit von den Bedürfnissen derer entfernt, die auf der Website der TRANSLATION-PROBST AG nach dem Begriff «Einheitlichkeit» suchen. Ihnen geht es vielleicht in der Freizeit um Literatur, doch bei ihrer Arbeit haben sie mit Fachtexten aus den Bereichen Marketing, Technik oder Jurisprudenz zu tun. Wie steht es denn hier mit der Einheitlichkeit der Texte?

Viele haben in der Schule gelernt, zu einem guten Stil gehöre, Wörter möglichst nicht zu wiederholen. Auch Stilisten sprechen sich dagegen aus, sie nennen es dann Redundanz. So findet man eben Texte, denen man ansieht, dass in ihnen krampfhaft immer wieder andere Begriffe für die gleiche Sache gesucht wurden. Das tönt aber nicht nur gezwungen, sondern hat bei Fachtexten auch verheerende Auswirkungen. Denn in Fachtexten haben Wörter nicht bloss eine annähernd umschriebene Bedeutung, sondern die zentralen Begriffe sind eindeutig definierte Fachausdrücke. Sie durch Synonyme – die Bedeutung von Synonymen ist nie vollständig deckungsgleich – zu ersetzen, macht einen Fachtext äusserst unpräzis.

Dass in einem Fachtext identische Fachbegriffe verwendet werden müssen, leuchtet denen, die in ihrer täglichen Arbeit mit solchen Texten zu tun haben, relativ schnell ein. Doch «Einheitlichkeit» bezieht sich auf verschiedene Ebenen eines Textes. Damit die Corporate Language einem Unternehmen Identität verleihen kann, ist auch Einheitlichkeit auf der orthografischen und grammatikalischen Ebene nötig. Das scheint auf den ersten Blick problemlos, denn um diese Einheitlichkeit zu erreichen, müssen doch nur die geltenden Regeln angewendet werden. Das stimmt zwar im grossen Ganzen, doch seit einigen Jahren ist auf die Regeln nicht mehr unbedingt Verlass. Bei der Rechtschreibreform ist es zu einem eigentlichen orthografischen Paradigmenwechsel gekommen. Der Duden – nach wie vor das verbindliche Regelwerk – gibt für sehr viele Wörter und Situationen nicht mehr die richtige Form vor, sondern lässt Wahlmöglichkeiten offen. Verwendet ein Unternehmen in seinen Texten nun einmal die eine, ein andermal die andere Form, so schafft diese Uneinheitlichkeit den Eindruck von Fehlerhaftigkeit, was für deren Image kein Vorteil sein kann. Dazu kommt etwas anderes: Hauptsächlich die Globalisierung hat zu einer eigentlichen Überschwemmung des deutschen Sprachraums mit englischen Sprachelementen gebracht. Somit stehen die Verantwortlichen für die Corporate Language eines Unternehmens vor der der Frage, ob sie nun «Geschäftsführer» oder «Manager» oder gar «Chief Operating Officer» schreiben sollen. Und wie schreibt sich «Chief Operating Officer» in einem deutschsprachige Text? Klein wie auf Englisch oder gross, weil es ja nun «auf Deutsch» geschrieben wird, und braucht es Bindestriche, wie man sie auf Deutsch eigentlich machen würde?

Eine andere Ebene der sprachlichen Einheitlichkeit ist der Stil. Hier geht es nicht allein um die Einheitlichkeit innerhalb eines Textes, sondern auch um die Einheitlichkeit einer Textsorte: Tönt eine einfache interne Mitteilung, sagen wir über neue Telefonnummern, wie eine Laudatio bei der Verleihung des Literaturnobelpreises, so reagieren die Adressaten zumindest mit Befremden. Für die stilistische Einheitlichkeit innerhalb eines Textes sind viele Elemente verantwortlich: Wortwahl, Satzgestaltung, Angemessenheit, Originalität usw.

Also ein komplexes Thema. Und auch ein wichtiges: Bei den Korrekturarbeiten der TRANSLATION-PROBST AG nehmen Massnahmen zur Vereinheitlichung eines Texten einen recht grossen Anteil ein. Er ist jedenfalls grösser als die Korrektur falsch geschriebener Wörter.

Treffende Headlines texten und übersetzen

25. Mai 2014

Ob im Journalismus, in der Werbung oder im Suchmaschinenmarketing − treffende Headlines zu schreiben, ist nicht einfach. Die folgenden Tipps und Beispiele helfen Ihnen dabei, Ihre Anspruchs- und Zielgruppen zu erreichen, ebenso Google und Co.

Treffende Headlines erhöhen die User- und Suchmaschinen-Relevanz

Es-gilt-mit-dem-Text-jede-Zielgruppe-spezifisch-anzusprechenSpricht Ihre Headline relevante Inhalte an, die sowohl Ihre Zielgruppe als auch die Suchmaschinen interessieren? Denken Sie bei der Beantwortung dieser Frage an die folgende Situation: Wenn Sie selbst im Netz nach etwas suchen, dann sind Sie froh, wenn Sie die Inhalte rasch, übersichtlich und klar antreffen – ohne Umwege und ohne falsche Versprechen. Die Headline muss also den relevanten Inhalt in Form von Reizbegriffen oder Keywords bereits enthalten. Im Weiteren sind relevante Begriffe im Website-Titel, Lead- und Fliesstext integriert. Damit schaffen Sie echte User- wie Suchmaschinen-Relevanz, weil Ihr Seiteninhalt das Thema eingehend erfasst.

Consumer Insight und Sprachkultur kennen = Relevanz schaffen

Ein Seiteninhalt wird dann relevant, wenn er einen Consumer Insight (= ein Bedürfnis, eine Sehnsucht, ein Motiv eines Kunden) anspricht, aber auch dessen Sprache spricht. Überlegen Sie sich, welche Probleme des Kunden Sie mit Ihren Produkten bzw. Dienstleistungen lösen, und sprechen Sie diese Lösungen in Ihren Headlines und Texten an. Adaptieren Sie bei Übersetzungen die Zielsprache an das kulturelle Umfeld Ihres Kunden: In welchem Land arbeitet er? In welchen Verhältnissen lebt er? Welche kulturellen Werte vertritt er?

Denken Sie dabei nur an eine Person – einen Kunden, den Sie gerne für sich gewinnen möchten: Was macht ihm das Leben angenehmer? Wie kann er einfacher arbeiten? Womit können Sie ihm den Alltag erleichtern? Braucht er eine Sicherheit? Sucht er nach Anerkennung und Bestätigung? Wie fühlt er sich angesprochen, durch welche Reiz-, Slang- oder Fachbegriffe?

Hier ein Beispiel für die gezielte Ansprache eines Consumer Insights:

Erfolgreich abnehmen mit dem 7-Minuten-Training

In dieser Headline sind gleich drei Consumer Insights angesprochen – nämlich (1) die Absicht, abnehmen zu wollen, (2) die Bequemlichkeit, dafür nicht viel investieren zu wollen, und (3) die Sicherheit, mit Erfolg abnehmen zu können.

Eine Headline spricht starke Emotionen an

Haben Sie die Lösung für das Problem Ihres Kunden gefunden, gilt es, diese mit starken Emotionen aufzuladen. Lassen Sie mit Ihrer Headline bzw. Ihrer Botschaft Bildwelten im Kopf entstehen, indem Sie Geschichten erzählen – zum Beispiel, wie Sie auf eine brillante Geschäftsidee gekommen sind oder welcher Promi Ihnen den Tipp des Lebens gab. Sprechen Sie bewusst Ängste und Bedrohungen an oder verraten Sie ein paar Geheimrezepte von Berühmtheiten und Branchenplayern. Oder geben Sie Tipps, wie Ihre Kunden Fehler verhindern können.

Hier ein paar Beispiele, wie Headlines Emotionen ansprechen:

  • Schützen Sie Ihre Geldanlagen
  • So gelingt Ihnen die nächste Lohnverhandlung
  • 5 Erfolgsfaktoren, die auch Richard Branson beherzigt
  • 7 Textfehler, die Sie vermeiden sollten

Fazit: kurz, relevant und authentisch

Neben dem relevanten Inhalt gilt es, Headlines wie Fliesstexte kurz und prägnant zu formulieren. Wiederholen Sie relevante Keywords, sowohl im Fliesstext als auch in Zwischentiteln. Das verbessert Ihr Suchmaschinen-Ranking und die Anziehungskraft für Ihre Kunden. Bleiben Sie bei all dem authentisch und versprechen Sie nichts, was Sie nicht halten können. Denn das würde Ihrer Reputation schaden.

Interview zu Texten und Headlines

Oliver Brunschwiler, Head of Brand Communication bei FREITAG

Oliver Brunschwiler, Head of Brand Communication bei FREITAG

Die TRANSLATION-PROBST AG übersetzt und korrigiert seit fünf Jahren Texte für FREITAG. Dass sich FREITAG damals für die TRANSLATION-PROBST AG entschieden hat, liegt in deren Qualitätsführerschaft. Roman Probst hat Oliver Brunschwiler, Head of Brand Communication bei FREITAG, gefragt, worauf es ihm beim Texten und Übersetzen von Headlines ankommt.

Wie hoch ist der Stellenwert von treffenden Texten/Headlines bei FREITAG?

Absolut zentral. Von der Bestellbestätigung bis zum Produkt-Inlay ziehen wir unsere F-Sprache durch. Sie ist Teil unserer FREITAG-DNA und beeinflusst die Wahrnehmung der Marke auf allen Kanälen nachhaltig.

Was ist für FREITAG wichtig, wenn es um Texte geht?

Zum einen der Spielwitz. Wir nehmen uns nicht zu ernst, dafür nehmen wir unsere Leser umso ernster. Zum andern achten wir darauf, unsere verschiedenen Kundentypen mit unseren Texten spezifisch anzusprechen. Studenten sprechen wir anders an als DINKs, das Wording ist immer auf die Zielgruppe ausgerichtet, und dies in allen Sprachen. Hier hat uns TRANSLATION-PROBST weitergebracht.

Wann haben Sie für Texte die besten Ideen?

Beim Schreiben. Aber die besten Ideen habe ich unter der Dusche.

Welche Herausforderung sehen Sie beim Übersetzen von Headlines?

Kulturunterschiede. Eine pointierte Headline ist dann gelungen, wenn man damit bei seinem Zielpublikum im wahrsten Sinne des Wortes den Nagel auf den Kopf trifft.

Wann ist für Sie eine Headline Weltklasse?

Wenn sie hängen bleibt.