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Artikel Tagged ‘Übersetzungsbüro’

Wort der Woche «liefern»

12. Oktober 2015

Als Lieferant von Übersetzungen und Texten erkunden wir in unserer Rubrik «Wort der Woche» das Verb «liefern»: Woher kommt es? Wie ist sein heutiger Gebrauch? Und wie verhält es sich dabei mit der Freiheit?

Laut Duden blickt unser Wort der Woche auf eine lange Geschichte zurück: Ursprünglich stammt «liefern» vom lateinischen «liber» für «frei» bzw. «liberare» für «befreien». Im Mittellateinischen änderte das Verb «liberare» seine Bedeutung Richtung «freilassen/ausliefern». Während in der Antike bzw. im Mittelalter Herren ihre Sklaven und Knechte in die Freiheit entliessen, fand unser Wort der Woche Einzug in die Welt der niederdeutschen Kaufmannssprache: Aus dem französischen «livrer» entwickelte sich das mittelniederdeutsche und mittelniederländische «lēveren», das wir heute als «liefern» kennen.

«Quod erat lieferandum»

«Quod erat lieferandum»: Eine Lieferung zum Schreien

Wer liefert was?
Im Zeitalter der Logistik lassen wir uns heutzutage alles – vom Wocheneinkauf über die Pizza Quattro Formaggi bis hin zu Kleidern und Schuhen – ins Haus liefern, bis wir vor Glück schreien. Doch wir lassen uns nicht nur Güter liefern, sondern liefern uns auch schon mal eine wüste Tomatenschlacht. Sofern wir in Pamplona zu Hause sind. Und plötzlich bekommt die Lieferung eine andere Bedeutung als den reinen Warentransfer von A nach B.

Was meinen wir eigentlich, wenn unser King Roger eine brillante Partie abgeliefert hat? Hat er uns dann kistenweise Tennisbälle serviert? Oder einfach hervorragend gespielt und uns damit gut unterhalten?

Wenn die Menschheit mal wieder ins nächste Verderben stürzt, dann liefert die Geschichte genügend Beispiele dafür, warum sie das tut, und verdeutlicht uns damit, warum wir nicht in der Lage sind, aus der Geschichte zu lernen. Quod erat lieferandum. Oder so. Zumindest vor Gericht kommt die korrekte Redewendung «quod erat demonstrandum» zur Anwendung, wenn Anwälte Beweise liefern, die einen Täter überführen, der dann ans Gefängnis ausgeliefert wird. Oder im Fall der FIFA an die USA.

«Liefere statt lafere»
Eine berühmt-berüchtigte Redewendung, die während der aktuellen Wahlen Hochkonjunktur hat. Nach dem Prinzip «Reden ist Silber, Machen ist Gold» sehen wir es lieber, wenn uns die Politiker nicht mit irgendwelchen Worthülsen volllabern, sondern etwas für die Bevölkerung unternehmen. Auch im Sport kommt diese Redensart häufig vor – besonders dann, wenn sich längere Zeit kein Erfolg mehr eingestellt hat. Wenn sich Manager ihrer grossen Tatkraft rühmen, dann bedienen sie sich genau dieses Spruchs. Doch meistens bleibt es beim Labern und Delegieren, weil es eben auch nur alter Wein in neuen Schläuchen ist.

Wir liefern auch express
So schnell wie die Dönerbude um die Ecke sind wir nicht. Aber auch wir verstehen unter «liefern» zum einen die Übermittlung von Texten und Übersetzungen; zum anderen verstehen wir darunter auch den Anspruch, Aufträge nicht nur express, sondern auch mit Qualitätsgarantie abzuwickeln. Und wenn Ihnen dieser Text etwas laferig vorkommt, hat er Ihnen trotzdem einen Einblick in die Welt des Lieferns geliefert. Ich zumindest bin nun bereit, mich ins Wochenende einliefern zu lassen.

Wenn Sie mehr über unseren Lieferservice von Texten und Übersetzungen erfahren wollen: 0840 123 456 / info@translation-probst.com. Alles andere gibt’s bei der Post.

Unser mit grossem Augenzwinkern geschriebenes Wort der Woche von unserem Texter und PR-Berater Predrag Jurisic.

Was war Ihr bestes Liefererlebnis? Kommen Sie nun bloss nicht mit einem Päckchen von Zalando. Bis nächste Woche − garantiert ohne Schleichwerbung.

Übersetzungs-Stolpersteine beim Export

7. Mai 2014

Examining graphs with other people on backgroundBringen Sie jeweils auch Ihre alte Batterie zurück für die «Sauberwelt in deutscher Wald»? Oder geniessen Sie mit dem anderen «Geschleckt» «teutonische Gemutlichkeit» samt «Weihnachtsganz»? Wenn Sie gerade nur Bahnhof verstehen, dann hängt das damit zusammen, dass der Hersteller der elektrischen Weihnachtskerzen GWK 9091 aus Japan an der Übersetzung seiner Bedienungsanleitung gespart hat. Welche weiteren Übersetzungs-Stolpersteine Ihnen beim Export im Weg stehen könnten, zeigen wir Ihnen im aktuellen Blogartikel.

Quelle: Bedienungsanleitung GWK 9091: Süddeutsche.de

Übersetzen kann ich doch auch selbst

Um Übersetzungsresultate wie im obigen Beispiel aus Japan zu vermeiden, lassen Sie die Finger von Übersetzungsmaschinen oder Wort-für-Wort-Übersetzungen Ihrer Mitarbeiter oder Lieferanten. Denn damit schreiten Sie geradewegs ins Desaster. Nehmen Sie sich stattdessen lieber etwas Zeit, um eine Übersetzungsagentur zu finden, die Ihr Unternehmen mit Ihren Produkten und Dienstleistungen fachlich, sprachlich und menschlich am besten repräsentiert.

Bedienungsanleitungen sind eh für die Tonne

Falsch! Gerade Bedienungsanleitungen sind Imageträger und bestätigen den Kunden, mit dem Kauf des Produkts richtig gewählt zu haben. Denn selbst ein «Wegwerf-Dokument» wie eine Bedienungsanleitung wird unbewusst mit der Qualität und Servicedienstleistung des Produkts bzw. des Unternehmens gleichgesetzt und bildet so die Grundlage für das Vertrauen in das Produkt. Oder trauen Sie etwa der «Gluckseligkeit unter finstrem Tann» des japanischen Herstellers von elektrischen Kerzen?

Englisch reicht doch für alle

Von wegen! Wenn Sie als Unternehmen in Länder expandieren, deren Muttersprache vom Englischen abweicht, sind Sie gut beraten, die Landessprache in Ihre Kommunikation aufzunehmen. Denn erstens ist nicht jeder auf der Welt des Englischen mächtig. Und zweitens sprechen Sie mit einer allgemeinen Übersetzung die regionalen und kulturellen Eigenheiten eines Landes nicht an, geschweige denn dessen Werte, Sprachwitz oder Humor. Auch wird es schwierig, Ihr Unternehmen samt Philosophie und Angebot dem Zielpublikum näherzubringen. Dadurch verpassen Sie die Eroberung neuer Märkte und die Steigerung Ihres Marktanteils, was letztlich zu einem höheren Aufwand führt, als wenn Sie von Beginn an in Qualitätsübersetzungen investieren.

Was riskiere ich schon mit nicht ganz korrekten Übersetzungen?

Unter Umständen ein Gerichtsverfahren, das Ihr Unternehmen in den Bankrott zieht. Beispielsweise bei hochwertigen Technologien und deren industrieller Handhabung. Stellen Sie sich vor: Sie entwickeln eine Maschine, die bei einer falschen Handhabung aufgrund falscher Übersetzungen Verletzte oder gar Tote zur Folge hat. Das kostet Sie nicht nur ein teures Gerichts- und Haftpflichtverfahren, sondern im schlimmsten Fall Ihre Existenz. Von Ihrem Image und Gewissen ganz zu schweigen.

Website in 14 Sprachen übersetzt − wie der Kanton Zug kommuniziert

27. Januar 2014

Ein Kanton, vierzehn Sprachen: Der Kanton Zug ist die erste Behörde, die mit ihren Einwohnern und Touristen in weit mehr als den Landessprachen kommuniziert – auch auf Chinesisch, Arabisch Kroatisch u.v.a. Damit trägt die Kantonswebsite entscheidend zur Integration bei. Mit dieser Aktion ist der Kanton Zug in der Schweiz Pionier.

Dr. Marc Höchli, Kommunikationsbeauftragter des RegierungsratesZuzüger, Touristen wie auch Unternehmen: Alle stossen im Kanton Zug auf eine offene Kommunikation. Der Kommunikationsbeauftragte des Regierungsrates, Dr. Marc Höchli, erhielt durchwegs positive Rückmeldungen, als die Zuger Website in vierzehn Sprachen aufgeschaltet wurde. Der personelle und finanzielle Aufwand hielt sich dabei in Grenzen.

Wenn Sie mehr über das Schweizer Pionierprojekt wissen möchten, lesen Sie dazu den vollständigen Artikel inklusive Interview mit Dr. Marc Höchli. Erfahren Sie auch, wie teuer eine vierzehnsprachige Website ist und was es dabei kulturell zu berücksichtigen gibt.

Das Altstadt, das Wahrzeichen von Zug

Wort der Woche – Übersetzen

4. Oktober 2013

Übersetzungen, Textservice, DolmetscherWas liegt für eine Übersetzungsagentur näher, als für ihre Rubrik das «Wort der Woche» das Wort «übersetzen» zu wählen? Allerdings ist das eine viel komplexere Sache, als man auf den ersten Blick ahnt.

Schon ein erster Blick in irgendein Wörterbuch zeigt, dass es zu «übersetzen» zwei Einträge gibt. Je nach der Betonung bedeutet «übersetzen» 1) «von einem Ufer zum anderen fahren» (‘übersetzen) und 2) «in eine andere Sprache übertragen» (über’setzen.) «Übersetzen» hat zweifellos etwas mit «setzen» zu tun. Unter diesem Stichwort findet man beim Kluge denn auch etwas über die Geschichte des Wortes. Im Mittelhochdeutschen hiess das Wort bereits «setzen», im Althochdeutschen «sezzen» und im Gotischen, einer Vorstufe des Deutschen, «satjan». Die Ausgangsbedeutung war «sitzen machen» oder «sitzen lassen». Damit hat die 1. Bedeutung unseres Wortes ja noch etwas zu tun – etwa in dem Sinne: «Ich fahre Dich über den Fluss und lasse Dich dort sitzen.» Das mittelhochdeutsche «übersetzen» hatte noch nicht die heutige Bedeutung des Wortes, man meinte damit vielmehr «übermässig besetzen» oder «überlasten». Die aktuelle Bedeutung erhielt das Wort erst im 17. Jahrhundert. Normalerweise wird ein Wort dann in eine Sprache aufgenommen, wenn auch die Sache, die es bedeutet, übernommen wird. Das gilt fürs Übersetzen offenbar nicht, denn im deutschen Sprachraum wurde nachweislich schon im 4. Jahrhundert übersetzt: Bischof Wulfila (311–383) übertrug Teile des Neuen Testamentes ins Gotische. Für die Sache, also das Übersetzen, brauchte man keinen neuen Begriff, denn alle, die sich damals mit Sprache beschäftigten, sprachen selbstverständlich Latein, und da hatte man ja das Wort «traducere». Die Zuordnung der aktuellen Bedeutung ging bei «übersetzen» einen anderen Weg: Man verfügte bereits über das Wort (mit einer anderen Bedeutung) und übertrug darauf eine neue Bedeutung; die alte Bedeutung ging allmählich verloren.

Kehren wir zur Gegenwart zurück. So weit weg sind die beiden Bedeutungen von «übersetzen» ja nicht. Denn was macht eine Übersetzerin anderes, als zwischen den beiden Ufern eines Flusses (Stellen Sie sich für einen Moment die beiden Ufer als Sprachen vor!) hin- und herzufahren, und Sätze von der 1. Sprache in die 2. Sprache zu bringen und dann auch wieder zu schauen, ob die Bedeutung in der 2. Sprache tatsächlich der Bedeutung in der 1. Sprache entspricht? Aber so einfach ist es dann auch wieder nicht: Die Liste der Anwendungen für das Wort «Übersetzen» ist lang: «etwas wörtlich, Wort für Wort, frei, sinngemäss, genau, richtig ü.“, und dann gibt es noch die literarische Übersetzung, die Fachübersetzung, die Computerunterstützte und maschinelle Übersetzung, die von den Übersetzer/-innen jeweils ganz andere Leistungen fordern.

Wer soll sich da noch auskennen! Zum Glück gibt’s die professionellen Übersetzungsagenturen, die im Dschungel des Wortes «übersetzen» den Überblick behalten!

Award Corporate Communications: Auszeichnung für die besten Kommunikatoren

17. Juni 2013

Logo Award-CC Sponsor TRANSLATION-PROBST AGUnser Partner Award-CC veranstaltet auch dieses Jahr den Branchenpreis Corporate Communications, bei dem die innovativsten Konzepte sowie deren erfolgreiche Umsetzung ausgezeichnet werden.

Die Anmeldung für den 9. Award-CC läuft noch bis zum 15. Juli 2013. Bewerbungsdossiers können auf Deutsch, Französisch oder Englisch eingereicht werden. Wer sich schliesslich über die begehrte Trophäe freuen darf, entscheidet eine Fachjury.

Award Social Media
Neben dem Award CC wird auch der Kategorienpreis Award Social Media verliehen. Lieblingskampagnen können ab dem 17. Juni eingereicht werden. Die Social Media-Gemeinschaft entscheidet dann per Facebook-Voting, welche sechs Kampagnen es auf die Shortlist schaffen. Abgestimmt werden kann im Zeitraum vom 1. Juli bis zum 21. August auf der Award-CC Facebook-Fanseite. Aus den sechs Kampagnen mit den meisten Votes wird eine Expertengruppe die beste zum Sieger küren.

Zu den Gewinnern der vergangenen Jahre.

Professor Tell unter den Top 10
Bei der Verleihung 2011 schaffte es auch die TRANSLATION-PROBST AG mit ihrer Kampagne um Professor Tell in die Top 10 der Social Media-Kampagnen (8. Platz). Und auch als Referent war Roman Probst zusammen mit Dr. Guido Keel und Beat Z’graggen 2011 präsent: Sie referierten über den Nutzen der Social Media für die Corporate Communications. Als Sponsor des diesjährigen Awards sind wir natürlich sehr gespannt, wer am 4. September 2013 bei der Preisverleihung im Event-Haus Metropol in Zürich das Rennen machen wird.

Hier sieht man den neuen Trailer zum Award-CC. Die Untertitel sind natürlich von uns erstellt worden.