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Wort der Woche «Vertragsübersetzungen»

15. November 2016

Vertragsübersetzungen sind die grossen Knacknüsse der Übersetzungsbranche. Denn es ist höchste Präzision gefordert, die keinen Spielraum für Interpretationen offen lässt, weil dies ein juristisches Nachspiel haben könnte. Wir haben uns im Team umgehört und unseren Englischübersetzer und Korrektor Christoph Rentsch gebeten, das Wort der Woche zu Vertragsübersetzungen gestochen scharf zu formulieren.

Kein Spielraum für Interpretationen - Vertragsübersetzungen der TRANSLATION-PROBST AG

Vertragsübersetzungen erfordern hohe Präzision und rechtliches Fachwissen.

«Der Zweck eines Vertrags ist nicht, Freundschaft zu schliessen, sondern zu vereinbaren, was in einem Worst-Case-Szenario geschehen soll», sagte einst ein renommierter Wirtschaftsboss. Diese etwas paranoide Sicht auf die Welt der Verträge zeigt, welcher Verantwortung Übersetzer und Übersetzerinnen ausgesetzt sind, die sich an die hohe, meist gut bezahlte Kunst des rechtlichen Übersetzens heranwagen.

Hardcore Facts statt Poesie

Vertragsübersetzungen sind eine sehr hohe Kunst, da man dabei sehr geerdet bleiben muss. Bei anderen Textprojekten ausserhalb der Domäne des Rechtlichen und Technischen machen sich Übersetzer oft exotische Ziele wie die pragmatische Äquivalenz zu eigen: Pragmatische Äquivalenz bedeutet, dass eine Übersetzung die kommunikative Wirkkraft der Ausgangs- und Zieltexte anzielt – und diese «so äquivalent wie möglich» umsetzt. Das lässt viel kreativen Spielraum offen. All das spielt jedoch bei Vertragsübersetzungen keine Rolle und muss gekonnt aus dem Übersetzer-Bewusstsein getilgt werden. Bei Rechtstexten geht es um «Hardcore Facts» (textnormative Äquivalenz). Romantische, poetische oder «gut klingende» Phrasen sind unerwünscht.

Womit die Übersetzer von Verträgen zu kämpfen haben

Wo ein Übersetzer sonst frei formulieren darf (und soll), bringt die «Absolut-nah-am-Text»-Herangehensweise bei rechtlichen Dokumenten verschiedene Probleme mit sich. Hier nur drei Beispiele:

  • Rechtliche Terminologie vs. «zu wörtlich», d. h. nicht mit der Rechtsterminologie der Zielsprache vereinbar. Eine Standardformulierung wie «im Sinne von Artikel 16 …» kann nicht mit «in the sense of Article 16 …» oder «in accordance with Article 16 …» übersetzt werden. Hier ist «within the meaning of Article 16 …» erwünscht. Das muss man einfach wissen. Wissen ist Macht! Rechtliche Terminologie will gelernt sein.
  • Organisierte Struktur vs. «unorganisiert»: Wenn ein Vertrag keine dingfeste Struktur oder eine schlecht organisierte Sprache aufweist, ist das herausfordernd. Ein Vertrag will schliesslich von seinem Zweck her Klarheit vermitteln. Wenn der Verfasser dieses Ziel selbst nicht erreicht hat, wird es für den Übersetzer oder die Übersetzerin beschwerlich. Ein talentierter Übersetzer verschafft sich einen Gesamtüberblick und prüft, ob die Struktur aufgeht oder die Absätze sich in Widersprüchlichkeiten verlieren.
  • Rechtliche Gültigkeit vs. «nicht stimmig»: Eine ganz besondere Herausforderung stellt sich, wenn der Ausgangstext selber rechtlich nicht stimmig ist und der Übersetzer in diese Falle tappt. Dies ist öfters der Fall als angenommen. Um daraus entstehende Missverständnisse zu vermeiden, ist die direkte Absprache mit dem Kunden erwünscht. Dies ist schliesslich «added Value»!

Die TRANSLATION-PROBST AG bietet Kundinnen und Kunden eine Kombination von ausgezeichneten, mit Trados und anderen Programmen gewappneten Übersetzerinnen und Übersetzer sowie erfahrenen Korrektoren und Korrektorinnen. Mit vereinten Kräften knacken sie auch die schwierigsten Nüsse der Vertragsübersetzungen. Das qualitätsorientierte Terminologie-Management wiederum trägt zum Aufbau einer kohärenten Sprache bei.

 

Wenn Sie ebenfalls eine rechtliche Knacknuss zu vergeben haben, dann lassen Sie uns diese gemeinsam knacken: 0840 123 456 oder info@translation-probst.com.

 

Ihr Team von der TRANSLATION-PROBST AG