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Artikel Tagged ‘Wort der Woche’

Wort der Woche «Moderation»

24. August 2015

Wie moderiert man eine Sitzung, Diskussion oder Gesprächsrunde souverän? Wie lässt sich der Inhalt für alle verständlich zusammenfassen, und was ist ein absolutes No-Go als Moderator? Karin Frei, die Redaktionsleiterin und Moderatorin der Sendung «Club» beim SRF, verrät Ihnen ihre Geheimtipps und erklärt, was Moderieren mit Übersetzen zu tun hat.

Karin Frei studierte europäische Ethnologie, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte und Völkerrecht.

Karin Frei studierte europäische Ethnologie, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte und Völkerrecht.

TRANSLATION-PROBST AG: Frau Frei, was macht für Sie eine gute Moderation aus?
Karin Frei: Jemand, der ein Gespräch leitet, muss unbedingt zuhören können. Alles andere ist Übung: Innert Sekunden gilt es zu entscheiden, in welche Richtung das Gespräch weitergehen soll. Gleichzeitig muss der Fluss im Gespräch aufrechterhalten und Raum für eine spannende Diskussion gegeben werden. Meinungen herauszuschälen, zu präzisieren oder zusammenzufassen sind dabei Teil der Moderationsaufgabe.

Wie bereiten Sie sich auf eine Moderation vor?
Ich versuche, mich so schnell und so gut wie möglich bei einem Thema auf den Stand der Dinge zu bringen, damit die drängenden Fragen klar werden. Vorgespräche mit den Gästen präzisieren diese Fragen. Anschliessend halte ich in einem Konzept den idealen Ablauf fest, der mich zwar leitet, der sich aber auch jederzeit während der Moderation fliegend umstellen lässt. Wirklich vorbereiten bzw. auswendig lernen kann ich nur den Einstieg in eine Sendung, der Rest ist freier Flug. Das Schöne und gleichzeitig das Frustrierende an Live-Moderationen ist der Kick, im «Jetzt-gilt‘s»-Modus zu arbeiten. Denn es kommt immer anders, als man es sich vorstellt. Menschen funktionieren vor der Kamera oder im Zusammenspiel plötzlich nicht mehr so wie im Vorfeld. Und da ich am Ende einer Vorbereitung mehr weiss, als in 75 Minuten Platz findet, kann ich nach einer Sendung schlecht abschätzen, wie sie jetzt wirklich war. Es ist keine Seltenheit, dass sich meine Gedanken nach einer Sendung noch die ganze Nacht drehen.

Was ist für Moderatoren ein absolutes No-Go?
Für einen professionellen Moderator kommt es nicht in Frage, jemanden vorzuführen oder die Gäste lediglich für die Selbstdarstellung zu nutzen.

Wie verbinden Sie das Moderieren mit dem Übersetzen?
Übersetzen ist eine der Hauptaufgaben der Moderation. Ein Moderator muss das Zielpublikum vor Augen haben und entscheiden, wie die Information am verständlichsten vom Sender zum Empfänger gelangt. Dies beinhaltet: komplexe Zusammenhänge herunterbrechen, ohne sich im Detail zu verlieren, aber auch gewichten und die essenziellen Punkte herausschälen – kurzum: die Informationsflut übersetzen.

Worauf achten Sie, wenn Sie den Inhalt des Gesagten für die Zuschauer zusammenfassen?
Ich versuche, mich möglichst kurz zu halten, und fasse so zusammen, dass jemand in ein Gespräch einsteigen kann, auch wenn er das Vorangehende verpasst hat. Das gelingt nicht immer gleich, und ist natürlich auch Übungssache.

Was ist Ihr peinlichstes Erlebnis, das Ihnen beim Moderieren passiert ist?
Als ich selber den Faden verloren habe. Gute Gäste retten einen dann, was bei mir glücklicherweise der Fall gewesen ist und für einen Lacher gesorgt hat. Wenn es passiert, möchte man jedoch am liebsten in die Tischkante beissen.

Welchen ultimativen Tipp geben Sie Laien, die eine Diskussion moderieren müssen?
Überlegen Sie, was Sie genau möchten: Wer ist das Zielpublikum? Was soll bei der Diskussion rausschauen? Legen Sie Schwerpunkte fest, gehen Sie mit Neugier ins Gespräch und lassen Sie es laufen. Es ist besser, zuzuhören, nachzufragen und ein Gespräch weiterzuspinnen, als sich krampfhaft an einem Plan und einer Reihenfolge festzuhalten. Ein Moderator ist auch Unterhalter, und wenn er die Diskussion selbst spannend findet, ist die Chance gross, dass das Publikum das Gleiche empfindet.

Wort der Woche «Brille»

10. August 2015

Sie schärft den Blick und schmückt immer mehr Nasen: die Brille. Nicht alle haben das gleiche Bild von ihrer Wirkung. Was jedoch klar ist: «Brillenschlangen» haben heute ein leichteres Leben als früher.

Die Brille hat sich längst zu einem beliebten Modeaccessoire gemausert. Es gibt Frauen, die haben zu jedem Outfit nicht nur den passenden Schuh, sondern auch die stilgerechte Brille.

Markante Hornbrillen werden vermehrt als individuelles Erkennungsmerkmal getragen.

Markante Hornbrillen werden vermehrt als individuelles Erkennungsmerkmal getragen.

Ursache für Kopfweh
Die Brille ist jedoch nicht nur ein Schmuck, sondern häufig auch ein Zaubermittel gegen lästige Kopfschmerzen. Vor allem eine nicht korrigierte Weitsichtigkeit kann Schuld am rhythmischen Pochen in der Schläfe oder dem leichten Hämmern unter der Schädeldecke sein. Der Clou dabei: Die Augen gleichen das Gesehene bis zu einem gewissen Punkt aus, weshalb viele Menschen ohne ihr Wissen weitsichtig sind. Durch die ständige Überanstrengung, um scharf zu sehen, können jedoch besagte belastungsabhängige Kopfschmerzen entstehen. Auch ein leichtes Schielen, das sich bisher geschickt getarnt hat, führt insbesondere nach intensiven Lesephasen oder einer längeren Verabredung mit dem Computer zu Kopfweh. Mal einen Sehtest beim Augenoptiker Ihres Vertrauens zu machen, ist in diesem Fall sicher ein kluger Schachzug.

Verringerte Sehkraft durch die Brille?
Damit sich die Kontaktlinsen nicht vernachlässigt fühlen: Ich habe euch nicht vergessen! Nur seid ihr halt gerade für Menschen mit trockenen Augen wie mich nicht so geeignet, und ihr habt mich deshalb mit geröteten Augen schon ziemlich «zombiehaft» aussehen lassen. Gerade wenn der Computer häufig das Gegenüber darstellt, wird die Tränenflüssigkeit, die das Auge vor der Linse schützt, durch die verringerte Häufigkeit des Wimpernschlags schlechter verteilt. Die Linse reizt dann die Hornhaut, was im ärgsten Fall Entzündungen nach sich ziehen kann. Doch nicht alle singen ein Loblied auf die Brille: Viele befürchten, dass sie ihre Sehkraft verschlechtert. Dies ist aber ein Trugschluss. Zwar kann speziell bei Brillen-Neulingen der Eindruck entstehen, dass das eigene Sehvermögen ohne Brille im Vergleich zu früher schlechter ist. Das liegt aber an der zuvor fehlenden Vergleichsmöglichkeit: Vor der Brille hat das aktuelle Sehvermögen für die Betroffenen die maximale Sehkraft dargestellt. Durch die Brille wurde diese jedoch neu definiert. Setzen die neuen Brillenträger nun ihre Sehhilfe ab, wird ihnen der Unterschied zwischen der optimalen Sehkraft und ihrer natürlichen Sehstärke wortwörtlich vor Augen geführt.

Brille_TRANSLATION-PROBST_AG

Unsere Autorin und ihre Brillen im Wandel der Zeit.

Menschliche und tierische Brillenschlangen
Ich selbst trage heute meine Brille mit Stolz, gehört sie doch zu mir, und lässt sie sich doch eher als zusätzliches Accessoire beschreiben. Das war jedoch nicht immer so. Ein Blick auf alte Fotos aus meiner Kindheit beweist: dicke Gläser und das rechte Brillenglas mit einer Folie abgedeckt – es gibt Schöneres. Ich hatte aber Glück: Als «Brillenschlange», eine unter den Brillenträgern und Brillenträgerinnen  unliebsame Betitelung, haben mich meine Klassenkameraden nie bezeichnet (jedenfalls nicht in meiner Anwesenheit). Da sind andere weniger glimpflich davongekommen. In der Tierwelt sind «Brillenschlangen» hingegen begehrte Objekte und stehen deshalb unter weltweitem Schutz – trotzdem werden sie oft von Schlangenbeschwörern für ihre Vorstellung gefangen. Ihren Namen haben die Brillenschlangen (oder auch südostasiatischen Kobras) übrigens der Markierung auf der Rückseite des Halsschildes zu verdanken, die an eine Brille erinnert.

Auch Professoren werden häufig mit einer Brille assoziiert. Ob alle Professoren und Hochschuldozenten, die für die TRANSLATION-PROBST AG arbeiten, eine tragen, wissen wir nicht. Dafür haben wir eigenhändig geprüft, dass sie bei der Nachkorrektur der Übersetzungen und Texte darauf achten, dass die Dioptrie bei null liegt.

Wort der Woche «Welsch»

22. Juni 2015

Mit dem knappsten Ergebnis aller Zeiten sind die Abstimmungsresultate des 14. Juni immer noch in aller Munde. Was auffällt: Der Röstigraben hat sich einmal mehr als eine tiefe Schlucht zwischen die deutschsprachige Schweiz und dem Welschland erwiesen. Doch wieso spricht man eigentlich vom Abstimmungsverhalten der «Welschen»?

«Welsch» bedeutet ursprünglich nichts anderes als «fremd», «andersartig». Mit dem Ausdruck «Welschland» ist zwar hauptsächlich die Romandie gemeint; früher traf die Bezeichnung jedoch auch auf Italien und Frankreich zu. In Tirol und in Südtirol betitelt man heute noch die Italiener als die «Welschen». Auch die Walnuss ist mit dem Wort in Kontakt gekommen, nämlich als «welsche Nuss», die über Frankreich oder Italien ins Deutsche gekommen ist.

Die «welsche» Nuss unter den Nüssen: die Walnuss.

Die «welsche» Nuss unter den Nüssen: die Walnuss.

Das englische «walnut», das vom altenglischen «walhnutu» («fremde Nuss») stammt, spricht ebenfalls auf diese Komponente an. «Welsch» ist ausserdem in diversen Orts- und Familiennamen enthalten, so leiten sich etwa die geographischen Bezeichnungen Wallonien, Walachei oder Wales vom Wort ab.

Das unverständliche Ufer

Wer vermutet, dass auch Walenstadt etwas mit «Welsch» zu tun haben könnte, der liegt vollkommen richtig. Walenstadt beschreibt die Entstehung ihres Namens wie folgt: «Die Sprachen der in unserem Tal lebenden Räter und der Römer, die die Räter unterworfen und lange Zeit beherrscht hatten, vermischten sich zum Rätoromanischen. In dieser Sprache wurde die kleinere, aber lokal bedeutsame Ansiedelung am oberen Ende des Walensees als ‹Riva› (Ufer) bezeichnet. Da der Walensee mit seinen steilen Ufern nur den Wasserweg offen liess, rückten die in Helvetien einwandernden Alemannen nur bis Weesen vor. Diese verstanden die Sprache der Anwohner in Riva nicht und verpassten darum Riva den Namen ‹Vualahastade›: das ‹welsche› bzw. das ‹andersartige, unverständliche› Ufer. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich daraus das heutige Walenstadt.» Eine unverständliche Sprache wird übrigens bis heute als «Kauderwelsch» bezeichnet.

Rösti machen den Graben aus
Ebenfalls spannend ist es, dem anfangs erwähnten Röstigraben auf den Grund zu gehen. Dieser ist neben dem «Chuchichäschtli» und dem «Öpfelbütschgi» ein typisch schweizerdeutscher Ausdruck, der insbesondere das unterschiedliche Abstimmungsverhalten der Deutschschweizer und der Romands wiederspiegelt. Und zwar ist «Rösti» bekannt als klassisches Kartoffelgericht aus der Deutschschweizer Küche, wobei gemunkelt wird, dass die Westschweizer die ebenbürtigen «pommes de terre fricassées» mindestens so lange kennen. Der Einfachheit halber hätten sie sich aber der kürzeren Bezeichnung «Rösti» angepasst. In der Romandie finden übrigens – in Anlehnung an den Eisernen Vorhang – eher die Begriffe «Rideau de rösti» (Röstivorhang) oder «Barrière de rösti» (Röstizaun) Verwendung. Häufig wird der Röstigraben mit dem Lauf der Saane bei Freiburg gleichgesetzt, wofür auch der französische Ausdruck «outre-Sarine» spricht (zu Deutsch «jenseits der Saane»).

Innerhalb der Schweiz sehen die Abstimmungsresultate nicht so harmonisch aus.

Innerhalb der Schweiz sehen die Abstimmungsresultate nicht so harmonisch aus.

Interessanterweise ist der Röstigraben bei den Abstimmungen mal stärker und mal weniger stark ausgeprägt: Im Bereich der Aussen- und Sozialpolitik ist die Romandie oft dem Ausland (auch der EU) und staatlichen Regulierungen wohlgesinnter als die deutschsprachige Bevölkerungsmehrheit; in der Drogen-, Gesellschafts-, Verkehrs- und Umweltpolitik hingegen fallen die Unterschiede kaum ins Gewicht. Der Gegensatz zwischen der urbanen und ländlichen Bevölkerung macht dem Röstigraben in der Schweizer Politik ausserdem zunehmend Konkurrenz.

Nun sind Sie Experte, was das Wörtchen «Welsch» wie auch den Röstigraben betrifft. Falls Sie eine Übersetzung benötigen, die den Sprung über den Röstigraben ins Welschland schafft, stellt Ihnen die TRANSLATION-PROBST AG gerne den passenden, muttersprachlichen Fachübersetzer zur Verfügung.

Wort der Woche «Sage»

8. Juni 2015

Eine Sage ist ein «ursprünglich mündlich überlieferter Bericht über eine im Einzelnen nicht verbürgte, nicht alltägliche, oft wunderbare Begebenheit». So definiert es der Duden. Nun, hört her, über welch wunderbare Begebenheit ich euch berichten werde:

«Wir schreiben das Jahr 2005. Die Stimmung im Lande ist gedrückt. Die Bewohner werden von verschiedenen Feinden geplagt: Orthographiefehler nisten sich in Texten ein, Missverständnisse gehen umher und Unverständlichkeiten machen das Leben schwer. Die Unternehmenskommunikation wünscht sich sehnlichst eine einheitliche Firmensprache. Fehlerhafte Übersetzungen hingegen lachen sich ins Fäustchen und transportieren munter falsche Botschaften. Ihr Ziel ist die totale Ausrottung der Sprachen mithilfe sprachlicher Verwirrungen und Irrungen. Doch sie haben nicht mit einem mutigen, jungen Kämpfer gerechnet. Dieser macht sich auf, um das drohende Unheil abzuwenden und das Land zu mehr Einheitlichkeit und Korrektheit zu führen. Das stellt sich nicht als so einfach wie gedacht heraus, denn die fehlerhaften Übersetzungen und ihre Verbündeten sind hartnäckige Gegner. Des Weiteren muss unser Kämpfer gegen Drachen kämpfen, die ihm Feuer in den Weg speien.

Wer setzt sich durch: der Drachen oder unser willenstarker Kämpfer?

Wer setzt sich durch: der Drachen oder unser willensstarker Kämpfer?

Da sind spitzbübische Kobolde, die versuchen, sich seine Ideen unter den Nagel zu reissen. Doch dank seines tapferen Charakters, seines Durchhaltewillens und seiner Schlagkraft ist er bestens gerüstet für den Kampf. Das Schicksal spielt unserem Kämpfer auf seinem Weg oft in die Hände, so auch als er Bekanntschaft mit einem niedergeschlagenen, sechsäugigen Riesen macht. Der Riese erzählt ihm von seiner Misere: die Liebe zu einer fernab lebenden Prinzessin, deren Sprache er nicht spricht und die den weitherum gefürchteten König Anglizismus als Vater hat. Der Riese ist dem beherzten Krieger umgehend sympathisch, und so verspricht er ihm, den Vater seiner Angebeteten mit einem übersetzten Brief treffsicher von seiner ehrbaren Absicht zu überzeugen. Im Gegenzug überlässt ihm der Riese sein Atelier für ein paar Goldmünzen.
Es ist ein nasser und graukalter Morgen im April, als unser furchtloser Kämpfer den Stift ansetzt, um den Vertrag mit dem sechsäugigen Riesen zu unterschreiben. Der Himmel lichtet sich, und Sonnenstrahlen kitzeln die Gesichter der Bewohner. Diese schauen sich mit grossen Augen an, sie spüren die Veränderung, die in der Luft liegt. Mit der Unterschrift allein haben sich die Drachen, die Kobolde und die bösen Feen jedoch nicht in Luft aufgelöst. Die fehlerhaften Übersetzungen wüten weiter. So schliesst unser draufgängerischer Held Freundschaft mit Elfen und Zauberern, die mit ihm in den Kampf ziehen. Gemeinsam bieten sie Flüchtigkeitsfehlern die Stirn und vertrauen die Aufträge aus dem Geschäftsleben der Bewohner nur denjenigen Übersetzern, Dolmetschern und Lektoren an, die Meister in ihrem Fach sind. Von tückischen Sprachen, die vorgeben, die gleichen zu sein, lassen sie sich nicht irreführen. So unterscheiden sie zum Beispiel strikt zwischen dem Deutschen, wie es in ihrem Lande und wie es im grossen Nachbarland gesprochen wird, und entlarven Helvetismen im Handumdrehen. Im Andenken an den sechsäugigen Riesen entwickeln sie das 6-Augen-Prinzip, das eine höchstmögliche Qualität der Übersetzungen und Texte garantiert. Und wenn sie nicht gestorben sind, so übersetzen, texten und dolmetschen sie noch heute mit Qualitätsgarantie.»

Das war sie, meine Sage. Okay, die Form des letzten Satzes gehört wohl eher in ein Märchen. Tatsächlich ist eine Sage dem Märchen ähnlich (so waren es auch die Gebrüder Grimm, die den Begriff der Sage prägten) – nur ist der Realitätsanspruch einer Sage bedeutend höher. Dabei vermischen sich die subjektive Wahrnehmung und das objektive Geschehen so stark, dass übernatürliche, unglaubhafte Begebenheiten zum Wesenskern der Sage werden.

Am Donnerstag steigt die richtige Jubiläumsfeier der TRANSLATION-PROBST AG.

Wie dem auch sei, folgende weitere mündliche Überlieferung möchte ich euch nicht vorenthalten: Das Jahr 2015 zelebriert die Übersetzungsagentur ganz besonders, denn in es fällt ihr Zehn-Jahre-Jubiläum. An dieser Stelle deshalb ein lautes «Happy Birthday» an den CEO Roman Probst und seine Elfen und Zauberer der TRANSLATION-PROBST AG! 

Wort der Woche «Phobie»

18. Mai 2015

Helleno… was? Hellenologophobie! Bedeutet nichts weniger als die Angst vor der griechischen Sprache und vor griechischen Fachausdrücken. Nun, witziger- oder für die Betroffenen vielmehr tragischerweise sind alle Phobienamen griechisch. Der Hellenologophobiker meidet also selbst den Fachausdruck für seine eigene Angststörung. Mit dieser ist er wenigstens nicht alleine, denn die Liste der Phobien ist lang.

Das Wort «Phobie», das aus dem Altgriechischen stammt, bedeutet Furcht. So besteht bei den Angststörungen, die man als Phobie bezeichnet, eine konkrete, übermässige Furcht vor bestimmten Objekten oder einer Situation. Umgangssprachlich wird der Begriff «Phobie» jedoch auch allgemeiner als Bezeichnung für eine Abneigung verwendet.

Phobie im Dreierpack

Bei der Störung Phobie unterscheidet man wiederum drei verschiedene Formen: Zum einen die Agoraphobie, bei der die Ängste beispielsweise auf öffentlichen Plätzen, in Menschenmengen oder beim alleinigen Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln auftreten. Typisch ist hier, dass die Betroffenen gar nicht so viel Angst verspüren, da sie die genannten Situationen komplett vermeiden. Eine weitere Form ist die soziale Phobie. Bei dieser fürchten sich die Betroffenen vor Situationen, in denen sie im Mittelpunkt stehen, zum Beispiel beim Halten eines Vortrags. Händezittern, Erröten oder Harndrang sind häufige Symptome. Meistens spielt ein geringes Selbstbewusstsein und die Furcht vor Kritik eine unterschwellige Rolle. Und dann wären da noch die spezifischen Phobien – denken Sie an den Hellenologophobiker vom Anfang.

Angst vor Erdnussbutter am Gaumen

Die einen lieben sie, die anderen hassen sie: die Erdnussbutter.

Die einen lieben sie, die anderen hassen sie: die Erdnussbutter.

Zugegebenermassen: Gewisse spezifische Phobien mögen absurd klingen. Anatidaephobie – Angst vor der Beobachtung durch Enten – oder Arachibutyrophobie – Angst vor Erdnussbutter am Gaumen – sind zwei Paradebeispiele. Bei der Dextrophobie haben die Betroffenen Angst vor Dingen, die sich an der rechten Körperhälfte befinden. Tatsächlich gibt es auch eine Angst vor der Angst, die sogenannte «Phobophobie». Wie man sieht: Eine phobische Reaktion kann sich gegen alles und jeden richten. Auf YouTube existiert ein Video mit dem Titel «100 witzige Phobien und Ängste in 170 Sekunden».

Nicht-Betroffene vermag die Liste mit manchmal unfassbaren Phobien aufzuheitern; gleichzeitig werden diese bei ihnen zu Unverständnis führen. Wie kann man Angst davor haben, sich hinzusetzen? Oder vor dem Himmel? Für die Betroffenen jedoch sind sie sicher alles andere als lustig. Und sie sind sich meistens ihrer übertriebenen Ängste bewusst.

Ursachen der Phobie

Woher kommen diese Phobien? Meistens gibt es nicht eine einzige Ursache. Erziehung, Erfahrungen, Erlebnisse – all diese Faktoren spielen bei der Entstehung mit. Leidet zum Beispiel ein Elternteil an einer Spinnenphobie, ist es denkbar, dass ein Kind diese Furcht übernimmt. Dass Angsterkrankungen manchmal in einer Familie mehrmals auftreten, deutet auf eine bestimmte Vererbbarkeit. Dies ist aber nicht in jedem Fall so. Auch schlechte Erfahrungen oder ungünstige Umstände können zu einer Phobie beitragen. So kann es reichen, in einer harmlosen Situation von etwas zu hören, um fortan diese Situation zu meiden.

Ungelöster Konflikt im Unbewussten

Eine Phobie kann auf einen unbewältigten Konflikt deuten.

Eine Phobie kann auf einen unbewältigten Konflikt deuten.

Einen anderen Ansatz vertritt die Tiefenpsychologie. Laut ihr steckt hinter einer krankhaften Furcht ein innerer Konflikt– sprich unbewusste, verdrängte Gefühle. Wächst ein Mädchen zum Beispiel aufgrund der gescheiterten Ehe ihrer Eltern allein bei der Mutter auf, kann sich eine starke Angst entwickeln, dass es seine Mutter «auch noch verliert». Da es mit dieser Angst aber gar nicht umgehen kann, sprich überfordert ist, weicht es auf eine «einfachere» Phobie aus und fürchtet sich beispielsweise vor Menschenmengen. Diesen kann sie nämlich aus dem Weg gehen. Zugleich bindet sie unbewusst die Mutter an sich, die sie vermehrt begleiten muss.

Es gibt verschiedene Wege, eine Phobie zu überwinden. Schwierig wird es durch den Umstand, dass wir Menschen eine Angst normalerweise mit einer Gefahr verknüpfen. Bei einer Phobie täuscht uns die Angst jedoch. Je nachdem, wie einschränkend sich die Phobie auf den Alltag auswirkt, ist das Aufsuchen eines Fachexperten wie so oft sicher nicht der verkehrteste Weg.