Archiv

Artikel Tagged ‘Wort der Woche’

Wort der Woche «Einheitlichkeit»

1. Juni 2014

Jeden Tag wird die Website der TRANSLATION-PROBST AG von Besuchern durchstöbert. Manchmal kommt es allerdings vor, dass ein Begriff nicht sofort gefunden wird. Dann wird in der Such-Box gesucht. Einer der am häufigsten gesuchten Begriffe ist «einheitlich» bzw. «Einheitlichkeit». Gemeint ist dabei die «Einheitlichkeit» der Sprache bzw. des Textes – ein wichtiger Teil der Corporate Language. Deshalb machen wir es hier zu unserem Wort der Woche.

shutterstock_173282471Die Einheitlichkeit des Textes hat eine sehr lange Geschichte, vor allem in der Literatur. Für das Theater wurden im 16. Jahrhundert im Rückgriff auf Aristoteles die Einheit von Zeit, Raum und Handlung proklamiert. Ein Theaterstück sollte lediglich die Zeit der Aufführung bzw. eines Tages umfassen, am gleichen Ort spielen und alle Aktionen sollten dem Fortgang einer Handlung dienen. Diese Regel hatte bis weit in die Neuzeit hinein Gültigkeit. Der Roman, vor allem in seiner Blütezeit im 19. Jahrhundert, setzte sich zum Ziel, ein Weltmodell zu schildern, «das die Komplexität und Fülle der Lebenserfahrungen und Diskurse einer Zeit abbilden und/oder in sich aufnehmen kann» (Basislexikon zur literaturwissenschaftlichen Terminologie). Diese Idee war eng mit der Einheitlichkeit der Romangestaltung verbunden. In der Moderne, d.h. vor allem in der Zeit um 1900, begann der Zweifel an der Möglichkeit, die Lebenserfahrungen und Diskurse einer Zeit in ihrer Ganzheit zu erfassen und darzustellen. Wahrnehmung wurde zunehmend als fragmentarisch, perspektivisch betrachtet. So entstanden Romane, die aus einer engen Sichtweise, etwa eines erfolglosen Annoncenakquisiteurs oder eines Kindes, das nicht erwachsen werden will, erzählt wurden. Andere Romane wurden aus unterschiedlichen Perspektiven und so auch auf verschiedenen Stilebenen erzählt. Einheitlichkeit ist seither kein Kriterium für die Qualität eines Romans mehr.

Damit haben wir uns aber sehr weit von den Bedürfnissen derer entfernt, die auf der Website der TRANSLATION-PROBST AG nach dem Begriff «Einheitlichkeit» suchen. Ihnen geht es vielleicht in der Freizeit um Literatur, doch bei ihrer Arbeit haben sie mit Fachtexten aus den Bereichen Marketing, Technik oder Jurisprudenz zu tun. Wie steht es denn hier mit der Einheitlichkeit der Texte?

Viele haben in der Schule gelernt, zu einem guten Stil gehöre, Wörter möglichst nicht zu wiederholen. Auch Stilisten sprechen sich dagegen aus, sie nennen es dann Redundanz. So findet man eben Texte, denen man ansieht, dass in ihnen krampfhaft immer wieder andere Begriffe für die gleiche Sache gesucht wurden. Das tönt aber nicht nur gezwungen, sondern hat bei Fachtexten auch verheerende Auswirkungen. Denn in Fachtexten haben Wörter nicht bloss eine annähernd umschriebene Bedeutung, sondern die zentralen Begriffe sind eindeutig definierte Fachausdrücke. Sie durch Synonyme – die Bedeutung von Synonymen ist nie vollständig deckungsgleich – zu ersetzen, macht einen Fachtext äusserst unpräzis.

Dass in einem Fachtext identische Fachbegriffe verwendet werden müssen, leuchtet denen, die in ihrer täglichen Arbeit mit solchen Texten zu tun haben, relativ schnell ein. Doch «Einheitlichkeit» bezieht sich auf verschiedene Ebenen eines Textes. Damit die Corporate Language einem Unternehmen Identität verleihen kann, ist auch Einheitlichkeit auf der orthografischen und grammatikalischen Ebene nötig. Das scheint auf den ersten Blick problemlos, denn um diese Einheitlichkeit zu erreichen, müssen doch nur die geltenden Regeln angewendet werden. Das stimmt zwar im grossen Ganzen, doch seit einigen Jahren ist auf die Regeln nicht mehr unbedingt Verlass. Bei der Rechtschreibreform ist es zu einem eigentlichen orthografischen Paradigmenwechsel gekommen. Der Duden – nach wie vor das verbindliche Regelwerk – gibt für sehr viele Wörter und Situationen nicht mehr die richtige Form vor, sondern lässt Wahlmöglichkeiten offen. Verwendet ein Unternehmen in seinen Texten nun einmal die eine, ein andermal die andere Form, so schafft diese Uneinheitlichkeit den Eindruck von Fehlerhaftigkeit, was für deren Image kein Vorteil sein kann. Dazu kommt etwas anderes: Hauptsächlich die Globalisierung hat zu einer eigentlichen Überschwemmung des deutschen Sprachraums mit englischen Sprachelementen gebracht. Somit stehen die Verantwortlichen für die Corporate Language eines Unternehmens vor der der Frage, ob sie nun «Geschäftsführer» oder «Manager» oder gar «Chief Operating Officer» schreiben sollen. Und wie schreibt sich «Chief Operating Officer» in einem deutschsprachige Text? Klein wie auf Englisch oder gross, weil es ja nun «auf Deutsch» geschrieben wird, und braucht es Bindestriche, wie man sie auf Deutsch eigentlich machen würde?

Eine andere Ebene der sprachlichen Einheitlichkeit ist der Stil. Hier geht es nicht allein um die Einheitlichkeit innerhalb eines Textes, sondern auch um die Einheitlichkeit einer Textsorte: Tönt eine einfache interne Mitteilung, sagen wir über neue Telefonnummern, wie eine Laudatio bei der Verleihung des Literaturnobelpreises, so reagieren die Adressaten zumindest mit Befremden. Für die stilistische Einheitlichkeit innerhalb eines Textes sind viele Elemente verantwortlich: Wortwahl, Satzgestaltung, Angemessenheit, Originalität usw.

Also ein komplexes Thema. Und auch ein wichtiges: Bei den Korrekturarbeiten der TRANSLATION-PROBST AG nehmen Massnahmen zur Vereinheitlichung eines Texten einen recht grossen Anteil ein. Er ist jedenfalls grösser als die Korrektur falsch geschriebener Wörter.

Googeln

23. April 2014

Richtig googeln – gezielt finden

Wort der Woche: Googeln

Wort der Woche: Googeln


Der Duden macht’s seit 2004: Er «googelt» und führt den Begriff bereits zehn Jahre im Rechtschreibduden. Gemeint ist damit die Suche im Internet mithilfe der Suchmaschine Google. Weil sich unsere Recherche-Gewohnheiten in den letzten zehn Jahren massiv verändert haben, widmen wir unser Wort der Woche dem «Googeln» und zeigen Ihnen dabei, wie Sie Ihre Google-Suche mit wenigen Kniffs verbessern können, um noch gezielter zu Ihren gewünschten Suchresultaten zu gelangen.

Google Suche filtern

In der Google-Suche gibt es bereits Filter, die Sie je nach Suchbedürfnis setzen können: Websuche oder doch lieber Bilder? Maps oder Apps? Sie können unter den Suchoptionen Ihre Suche ziemlich stark eingrenzen: ob landes-, orts- oder zeitspezifisch. Mit wenigen Klicks erzielen Sie bessere Suchresultate als mit einer reinen Stichwortsuche.

Mit Operatoren verfeinern

Der Grossteil der Internetgemeinde kennt die Operatoren nicht, die Google zur Verfügung stellt. Im Folgenden ein paar Beispiele, mit denen Sie Ihre Suche präziser und zielführender gestalten können:

filetype: Wenn Sie beispielsweise den Suchbegriff «Checkliste Übersetzungsagenturen» in einem bestimmten Dokumentenformat wünschen, hilft Ihnen der Operator «filetype»: Tippen Sie dazu einfach «checkliste übersetzungsagenturen filetype:pdf» ein. Möchten Sie auch Worddokumente erhalten, dann fügen Sie dies wie folgt ein: «checkliste übersetzungsagenturen filetype:pdf OR filetype:doc».

allintitle: Mit diesem Operator finden Sie Ihr gesuchtes Keyword direkt im Seitentitel, in der Überschrift von Google News oder im Dateinamen bei der Bildersuche. Geben Sie dazu Ihr Stichwort mit dem Operator an: «allintitle:translation».

define: Suchen Sie im Netz nach den Definitionen bestimmter Begriffe, nutzen Sie diesen Operator. Zum Beispiel: «define:terminologie-liste». Sie erhalten dann verschiedene Definitionen des Begriffs «Terminologie-Liste» und Informationen darüber, wozu eine Terminologie-Liste nützlich ist.

Weitere Operatoren finden Sie bei Google.

Google-Suche in Fremdsprachen

Die Google-Suche in Fremdsprachen funktioniert grundsätzlich nach dem gleichen Schema. Dennoch helfen ein paar Suchregeln, Ihre Google-Suche zu optimieren:

  • Fügen Sie Akzente ein, z. B. im Französischen oder Spanischen.
  • Suchen Sie nach Synonymen, indem Sie mit dem folgenden Zeichen operieren «~».

    Roman Probst im Interview mit Beat Z’graggen

Was sagt Suchmaschinen-Experte Beat Z’graggen zum «Googeln»

Für das Wort der Woche hat die TRANSLATION-PROBST AG den Suchmaschinen-Experten Beat Z’graggen rund ums «Googeln» befragt und Meinungen und Tipps eingeholt:

Beat, du arbeitest schon seit den 90er-Jahren mit Suchmaschinen. Welche Befehle sind aus deiner Sicht hilfreich?

Beat Z’graggen: Die Bedeutung der Sonderbefehle hat in den letzten Jahren stetig abgenommen. Früher haben wir häufig mit dem Google-Befehl «link:ihredomain.com» gearbeitet, mit dem man prüfen kann, von welchen URLs Links auf eine Website verweisen. Bis 2004 konnte ich mit diesem Befehl die wichtigsten Linkquellen auf eine Website ermitteln. Heute ist der Befehl wertlos, weil Google nur noch eine zufällige Auswahl verweisender Websites anzeigt. Dafür wird Google selber immer intelligenter und kann z. B. Fragen wie «Wann wurde die Schweiz gegründet?» oder «Wie alt ist Roger Federer?» direkt beantworten.

Welche dieser Sonderbefehle sind denn noch relevant?

Wichtig ist weiterhin der Befehl «site:ihredomain.com», mit dem ich prüfen kann, wo auf welcher Website bestimmte Inhalte vorkommen. So kann ich z. B. mit dem Befehl «site:admin.ch 1291» die offizielle Website der Schweizer Bundesbehörden nach der Jahreszahl «1291» durchsuchen. Der Befehl zeigt auch, wie viele Seiten einer Website Google kennt. Der Befehl «site:admin.ch» zeigt z. B., dass Google 65 Millionen Seiten der Bundesverwaltung kennt. Entspricht diese Zahl nicht der Anzahl der physisch vorhandenen Seiten, besteht der Grund dafür in der Regel darin, dass der Google-Roboter Probleme mit der Website hat.

Welche Suchbegriffe setzt du fürs Suchmaschinenmarketing ein?

Sinnvoll ist auch der Befehl «allinanchor:ihredomain.com». Damit kann ich herausfinden, ob eine Website vor allem aufgrund externer Links oder wegen der relevanten Inhalte in den Top-Positionen bei Google erscheint. Das kann mir die Frage beantworten, ob ein Mitbewerber vor allem dank des Linkbuilding oder aufgrund seiner Inhalte vorne erscheint.

Welche Rolle spielt für dich als Google-Experte die Qualität von Übersetzungen und Texten?

Früher war ich der Ansicht, jeder Übersetzer sei gleich, und es drehe sich dabei vor allem um den Preis. Spätestens, als wir vor einigen Jahren einen Auftrag verloren, weil ein grosser Kunde aus dem Welschland herausfand, dass die von uns gewählte Übersetzungsagentur schlechte Arbeit geleistet hatte, wurde ich eines Besseren belehrt. Bei der TRANSLATION-PROBST AG ist uns das noch nie passiert. Hier stimmt die Qualität einfach. Die breite Auswahl an Fachübersetzern und Textern, die sich in der Branche unserer Kunden auskennen und z. B. Fachwissen und Wissen über verkaufsorientierte Texte vereinen, ist einmalig. Die Kundenfeedbacks bestätigen mir dies regelmässig. Gerade kürzlich war wieder eine Kundin von einem weltweit tätigen Konzern absolut begeistert von der Qualität, welche die TRANSLATION-PROBST AG geliefert hatte. Als sie dann noch sagte, sie habe von den Textern noch nie so gute Inhalte erhalten, wusste ich wieder einmal, dass wir den richtigen Textpartner haben. 

Goldvreneli, Eiertütschen und andere Osterbräuche

13. April 2014

In wenigen Tagen hoppelt der Hase wieder durch die Gärten und versteckt farbige Hühner- und Schokoladeneier − es ist wieder Osterzeit. So bunt wie die bemalten Ostereier sind auch die Osterbräuche und deren Entstehung. Passend zum Osterfest werfen wir einen Blick darauf. Und warum das Goldvreneli nun ebenfalls zum Osterbrauch wird, erfahren Sie weiter unten.

Morgenröte, Auferstehung und Fruchtbarkeit

Das deutsche Wort «Ostern» geht laut Wikipedia auf das altgermanische «Austrō > Ausro» zurück, was für «Morgenröte» steht und möglicherweise ein germanisches Frühlingsfest bezeichnet. Im Christentum symbolisiert die Morgenröte Jesu Auferstehung, da sein leeres Grab «früh am Morgen, als eben die Sonne aufging» entdeckt wurde (Markus-Evangelium 16, 2). Neues Leben beginnt auch ausserhalb der christlichen Religion, sobald der Frühling Einzug hält: Viele Völker und Religionen feiern Frühjahrsfeste und ehren die Sonne als Licht- und Lebensspenderin (vgl. Wikipedia: Brauchtum, Frühlingsfeste). Für «Neuheiden» ist das «Ostara-Fest» (benannt nach der germanischen Frühlingsgöttin Ostara) ein Fest der Fruchtbarkeit, weshalb das Osterei und der Osterhase als Symbole verwendet werden.

Eiertütschen, Fleischweihe und Birkenruten

Während im europäischen Raum die Ostereiersuche und das Eiertütschen zur Tradition gehören, feiern die Amerikaner in New York das Osterfest mit einer bunten «Easter Parade». Für die Mexikaner bedeutet das Osterfest ein zweiwöchiges Volksfest mit Tanz und Musik. In bestimmten Gegenden, etwa in Teilen Österreichs, steht die Speisensegnung oder «Fleischweihe» auf dem Programm. Die Finnen hingegen schlagen sich gegenseitig leicht mit Birkenruten – in Erinnerung an die Palmzweige, die Jesus beim Empfang in Jerusalem zu Füssen gelegt wurden. Weitere spannende Osterbräuche finden Sie in Wikipedia.

Goldvreneli wird neuer Brauch hase

Damit Ihr Osterfest nicht nur bunt, sondern golden wird, verlosen wir ein Goldvreneli, wenn Sie unseren Osterhasen finden. Diesen verstecken wir irgendwo auf unserer Website und führen damit einen eigenen Osterbrauch ein. Starten Sie jetzt Ihre Osterhasen-Suche und gewinnen Sie mit etwas Glück ein Goldvreneli.

23.04.2014 – Oster-Goldvreneli-Gewinner steht fest

Haben Sie es auch gelesen? Eine Waadtländer Gemeinde brach den Ostereier-Weltrekord, indem sie nicht weniger als 21‘723 Eier aneinanderreihte. Zum Artikel in der Aargauer Zeitung: http://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/ostereier-weltrekord-waadtlaender-gemeinde-reiht-21723-eier-aneinander-127899359

Ganz so aufwendig war unser Osterauftrag nicht. In unserem Blog-Artikel vom 13. April «Goldvreneli, Eiertütschen und andere Osterbräuche» forderten wir unsere Leser zur Online-Osterhasensuche auf. Die Belohnung: die Aussicht auf ein Goldvreneli, das unter den Findern verlost wurde.

Spannend auch die Teilnehmer-Quote: Über 117 Personen haben mitgemacht, das sind mehr als die bisherige Anzahl Tage im Jahr 2014. Beeindruckend. Nie hatten wir mit einem solchen Andrang auf unseren Osterhasen gerechnet.

Ah ja, der glückliche Gewinner der Verlosung und stolze Besitzer des Goldvrenelis ist:

Patrik Zimmermann
Kampagnen-Manager Online Business
Helvetia Versicherungen

Herzlichen Dank an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer fürs Mitmachen. Als kleines Geschenk erhalten Sie einen einmaligen Gutschein auf Ihre nächste Übersetzung im Wert von CHF 10.−. Der Gutschein-Code lautet: «Goldiges Osterei».

Herzliche Grüsse, Roman Probst

Die «Fasnacht» und ihr enorm breites Wortfeld

5. März 2014

Es ist allerorten unübersehbar – es ist wieder Fasnacht. Ein spannendes Wort für unsere Rubrik «Wort der Woche». Denn «Fasnacht» hat ein enorm breites Wortfeld entwickelt, das sprach- und kulturgeschichtlich höchst interessant ist.

Maske am DogenpalastIn der Schweiz beginnt die Fasnacht in Büren an der Aare mit dem sogenannten «Büre Nöijohr», dann folgt am «Schmutzigen Donnerstag» Luzern mit dem «Urknall» sowie Solothurn mit der «Chesslette»; Basel mit dem «Morgenstraich» und der «Cortège» bildet dann den Höhepunkt. In Winterthur findet die Fasnacht dieses Jahr am Wochenende vom 7. bis 10. März statt – mit allerlei Aktivitäten: der «Narrenbaum» wird aufgestellt, es gibt einen «Guggenumzug», eine «Altstadt-Dudlätä», den «Grossen Umzug» und den «Kinderumzug», dann wird der «Narrenbaum» gefällt und der «Böögg» verbrannt, zum Schluss gibt’s die «Uslumpete». An «Aschermittwoch» (in der Kirche werden die Gläubigen mit einem Aschezeichen gesegnet) ist dann alles vorbei – ausser im thurgauischen Ermatingen: Ende März gibt es hier die «Groppenfasnacht», die «späteste Fasnacht der Welt».

Das Wort «Fasnacht» ist der Überbegriff für ein Wortfeld, das ebenso breitgefächert wie reichhaltig in den lokalen Unterschieden der Gebräuche und Daten ist. Allein für das Wort «Fasnacht» gibt es unzählige Varianten: «Fastnacht», «Fasnet», «Fasching», «Fastelovend», «Fasteleer» usw. Dazu kommen Bezeichnungen wie «Karneval», «fünfte Jahreszeit» usw. In einer Volksetymologie (gemeint ist damit nach «Wikipedia» ein Wortbildungsprozess, bei dem ein unbekanntes Wort nach dem Vorbild eines vertraut klingenden Wortes in die Nehmersprache eingegliedert wird) wird «Fasnacht» auf die Wörter «fasten» und «Nacht» zurückgeführt: Gemeint ist also die «Nacht vor der Fastenzeit», den 40 Tagen vor Ostern. Sprachhistorisch gesehen liegt die Herkunft von «Fasnacht» allerdings nicht derart auf der Hand. Die Urform des Wortes ist «fasanaht», wobei der Wortteil «fasa» wohl etwas mit der Bedeutung «reinigen», «läutern» zu tun hat.

Dass die Fasnacht hauptsächlich mit dem Katholizismus zu tun hat, ist – historisch gesehen – zwiespältig. Die Gebräuche gehen wohl bereits auf vorchristliche Zeiten zurück, da standen sie stärker im Zusammenhang mit dem Ende des Winters bzw. mit dem Wiedererstarken der Natur, worauf es auch heute noch Anklänge gibt (vgl. das Verbrennen des Böögg in Winterthur). Fasnächtliche Aktivitäten sind dann wieder aus dem Spätmittelalter bekannt. Die katholische Kirche duldete diese Aktivitäten, da sie die «civitas diaboli», den Staat des Teufels, verkörperte − am Aschermittwoch musste dann aber wieder die «civitas Dei», der Staat Gottes, die Oberhand haben. Die Kirchenoberen versuchten immer wieder die (nicht zuletzt unter Alkoholeinfluss) überbordenden Aktivitäten einzuschränken. Die volkstümlichen Kräfte waren indes zumeist stärker. Der Protestantismus schaffte dann die Fastenzeit vor Ostern ab, und damit erübrigte sich auch die Fasnacht – zumindest war dies die Idee.

In der im Volk verankerten Kraft der Fasnacht liegt der Grund für die Vielfalt und Unterschiedlichkeit des fasnächtlichen Treibens in den Regionen. Es handelt sich eindeutig um eine Bewegung von unten, die – im Unterschied etwa zu den religiösen Feiertagen oder etwa dem «Sechseläuten» − in den Formen nie von oben reglementiert werden und in der die einfache Bevölkerung ihre Grenzen überschreiten konnten. Ein interessantes Merkmal, das sich durch fast alle Formen der Fasnacht hindurchzieht, ist die  –vorübergehende − Abschaffung der Ungleichheit, die durch die Verkleidung unterstützt wird. Diese Kraft, die sich in den vielfältigen Gebräuchen der Fasnacht zeigt, ist auch in der Sprachentwicklung zu sehen. Hier ist es vor allem die Jugend, die immer wieder neue, äusserst kreative sprachliche Formen entwickelt. Der «Duden» (quasi die sprachliche «Obrigkeit») hat es aufgegeben, gegen solche sprachliche Entwicklungen anzukämpfen. Allerdings eignet sich das anarchisch-kreative sprachliche Material der Jugend kaum für eine erfolgreiche Business-Kommunikation.

Valentinstag: «Mit treffenden Texten das Herz Ihrer Liebsten berühren»

10. Februar 2014

Das Wort der Woche für die Woche sieben? Die «Olympischen Spiele» sind schon zum Zuge gekommen, und über die SVP-Initiative „Gegen Masseneinwanderung“, mit der eine ganze Reihe interessanter Begriffe verbunden sind, ist ja bereits abgestimmt worden. Da drängt sich für diese Woche nur noch ein Wort auf: «Valentinstag».

Herzförmige Schleife, Karte - Reminder Valentinstag  Copyright by Fotolia.deDer Wikipedia-Eintrag vermeldet dazu Interessantes: «Der Valentinstag am 14. Februar gilt in einigen Ländern als Tag der Liebenden. Das Brauchtum dieses Tages geht auf einen oder mehrere christliche Märtyrer namens Valentinus (in Frage kommen vor allem Valentin von Terni oder Valentin von Viterbo) zurück, die der Überlieferung zufolge das Martyrium durch Enthaupten erlitten haben. Der Gedenktag wurde von Papst Gelasius I. 469 für die ganze Kirche eingeführt, 1969 jedoch aus dem römischen Generalkalender gestrichen. An Bekanntheit gewann der Valentinstag im deutschen Sprachraum durch den Handel mit Blumen, besonders jedoch durch die intensive Werbung der Blumenhändler und Süsswarenfabrikanten.»

Der Wikipedia-Eintrag berichtet vom Weg, den der Valentinstag beschritten hat: Ausgehend von England, wo ein Gedicht eine zentrale Rolle spielte, kommt der Feiertag mit den Auswanderern nach Amerika und von dort mit den US-Soldaten nach dem Zweiten Weltkrieg ins übrige Europa. Heute wird der Valentinstag in sehr vielen Regionen gefeiert. In China ist er daran, den Qixi, einen Feiertag mit ähnlicher Funktion, der am siebten Tag des siebten Monats nach dem chinesischen Mondkalender gefeiert wird, zu verdrängen. In Südafrika ist es Brauch, Kleidung in den Farben weiß und rot für die Reinheit und die Liebe zu tragen.

Der Name «Valentin» kommt übrigens sowohl als Familien- als auch als Vorname vor. Im deutschen Sprachraum ist er seltener geworden, dabei ist er doch ein Name mit einer kräftigen Bedeutung – er stammt vom lateinischen «valere», was so viel wie «gesund», «stark sein», «Einfluss haben» bedeutet. Dagegen ist der «Valentinstag» umso stärker präsent – als Tag der Liebe, der Liebenden. Viele kritisieren zwar die überhandnehmende kommerzielle Ausrichtung. Dennoch: Vielen Paaren würde es sicher nicht schaden, sich wieder einmal auf ihre Liebe zu besinnen. Selbstverständlich nicht jeder/jede für sich allein, sondern gemeinsam. Und damit sind wir bei der Sprache: Die beiden müssen miteinander reden. Man sagt zwar, die Liebe komme ohne Worte aus; doch das stimmt nicht, besonders wenn die Liebe nicht mehr ganz jung ist. Miteinander reden ist zentral, und manchmal braucht es einen Dolmetscher. Wohl nicht einen von der TRANSLATION-PROBST AG – eine gute Eheberaterin ist zu einem grossen Teil eine Dolmetscherin, die es versteht, die Worte des einen an die individuellen, sozialen oder kulturellen Gegebenheiten des anderen anzupassen. Manchmal muss sie auch «texten», d.h. dem einen in den Mund legen, was er der anderen sagen soll. Was für andere Beziehungen die TRANSLATION-PROBST AG beim Texten, Übersetzen und Dolmetschen ja auch macht. «Mit treffenden Texten das Herz Ihrer Liebsten berühren», würde sich bestens als Werbespruch der TRANSLATION-PROBST eignen – oder eben: «Mit treffenden Texten das Herz Ihrer potenziellen Kunden berühren.»