Archiv

Artikel Tagged ‘Wörter’

Wort der Woche «Brille»

10. August 2015

Sie schärft den Blick und schmückt immer mehr Nasen: die Brille. Nicht alle haben das gleiche Bild von ihrer Wirkung. Was jedoch klar ist: «Brillenschlangen» haben heute ein leichteres Leben als früher.

Die Brille hat sich längst zu einem beliebten Modeaccessoire gemausert. Es gibt Frauen, die haben zu jedem Outfit nicht nur den passenden Schuh, sondern auch die stilgerechte Brille.

Markante Hornbrillen werden vermehrt als individuelles Erkennungsmerkmal getragen.

Markante Hornbrillen werden vermehrt als individuelles Erkennungsmerkmal getragen.

Ursache für Kopfweh
Die Brille ist jedoch nicht nur ein Schmuck, sondern häufig auch ein Zaubermittel gegen lästige Kopfschmerzen. Vor allem eine nicht korrigierte Weitsichtigkeit kann Schuld am rhythmischen Pochen in der Schläfe oder dem leichten Hämmern unter der Schädeldecke sein. Der Clou dabei: Die Augen gleichen das Gesehene bis zu einem gewissen Punkt aus, weshalb viele Menschen ohne ihr Wissen weitsichtig sind. Durch die ständige Überanstrengung, um scharf zu sehen, können jedoch besagte belastungsabhängige Kopfschmerzen entstehen. Auch ein leichtes Schielen, das sich bisher geschickt getarnt hat, führt insbesondere nach intensiven Lesephasen oder einer längeren Verabredung mit dem Computer zu Kopfweh. Mal einen Sehtest beim Augenoptiker Ihres Vertrauens zu machen, ist in diesem Fall sicher ein kluger Schachzug.

Verringerte Sehkraft durch die Brille?
Damit sich die Kontaktlinsen nicht vernachlässigt fühlen: Ich habe euch nicht vergessen! Nur seid ihr halt gerade für Menschen mit trockenen Augen wie mich nicht so geeignet, und ihr habt mich deshalb mit geröteten Augen schon ziemlich «zombiehaft» aussehen lassen. Gerade wenn der Computer häufig das Gegenüber darstellt, wird die Tränenflüssigkeit, die das Auge vor der Linse schützt, durch die verringerte Häufigkeit des Wimpernschlags schlechter verteilt. Die Linse reizt dann die Hornhaut, was im ärgsten Fall Entzündungen nach sich ziehen kann. Doch nicht alle singen ein Loblied auf die Brille: Viele befürchten, dass sie ihre Sehkraft verschlechtert. Dies ist aber ein Trugschluss. Zwar kann speziell bei Brillen-Neulingen der Eindruck entstehen, dass das eigene Sehvermögen ohne Brille im Vergleich zu früher schlechter ist. Das liegt aber an der zuvor fehlenden Vergleichsmöglichkeit: Vor der Brille hat das aktuelle Sehvermögen für die Betroffenen die maximale Sehkraft dargestellt. Durch die Brille wurde diese jedoch neu definiert. Setzen die neuen Brillenträger nun ihre Sehhilfe ab, wird ihnen der Unterschied zwischen der optimalen Sehkraft und ihrer natürlichen Sehstärke wortwörtlich vor Augen geführt.

Brille_TRANSLATION-PROBST_AG

Unsere Autorin und ihre Brillen im Wandel der Zeit.

Menschliche und tierische Brillenschlangen
Ich selbst trage heute meine Brille mit Stolz, gehört sie doch zu mir, und lässt sie sich doch eher als zusätzliches Accessoire beschreiben. Das war jedoch nicht immer so. Ein Blick auf alte Fotos aus meiner Kindheit beweist: dicke Gläser und das rechte Brillenglas mit einer Folie abgedeckt – es gibt Schöneres. Ich hatte aber Glück: Als «Brillenschlange», eine unter den Brillenträgern und Brillenträgerinnen  unliebsame Betitelung, haben mich meine Klassenkameraden nie bezeichnet (jedenfalls nicht in meiner Anwesenheit). Da sind andere weniger glimpflich davongekommen. In der Tierwelt sind «Brillenschlangen» hingegen begehrte Objekte und stehen deshalb unter weltweitem Schutz – trotzdem werden sie oft von Schlangenbeschwörern für ihre Vorstellung gefangen. Ihren Namen haben die Brillenschlangen (oder auch südostasiatischen Kobras) übrigens der Markierung auf der Rückseite des Halsschildes zu verdanken, die an eine Brille erinnert.

Auch Professoren werden häufig mit einer Brille assoziiert. Ob alle Professoren und Hochschuldozenten, die für die TRANSLATION-PROBST AG arbeiten, eine tragen, wissen wir nicht. Dafür haben wir eigenhändig geprüft, dass sie bei der Nachkorrektur der Übersetzungen und Texte darauf achten, dass die Dioptrie bei null liegt.

Die Falschen unter den Wörtern

24. Juli 2014

Wörter sind keineswegs unschuldig. Sie können dir schmeicheln, dich einhüllen und dich an der Nase herumführen. Sie greifen vor allem dort an, wo sie deine Unsicherheit vermuten: nämlich dann, wenn du dich ausserhalb deiner Muttersprache bewegst. Dabei erscheint es dir nur logisch, dich eines Wortes zu bedienen, das dir bekannt vorkommt, das dir vertraut ist. Und schneller, als du ahnen kannst, schlägt er zu, der falsche Freund.  

Als falscher Freund tritt ein fremdsprachiges Wort auf, das einem Wort der Muttersprache in Schrift oder Aussprache zwar sehr ähnelt, jedoch eine deutlich andere Bedeutung hat. Die Wörter können dabei entweder ursprungsverwandt sein, sich aber in eine unterschiedliche Richtung entwickelt haben, oder rein zufällig eine Ähnlichkeit aufweisen. Vor allem beim Übersetzen stellen diese falschen Freunde eine Stolperfalle dar.

falsche Freunde entsorgen

Falsche Freunde gibt es wie Sand am Meer.

Um einem solchen falschen Freund zu begegnen, muss ein Schweizer nicht lange reisen. Ein Ausflug zu unseren deutschen Nachbarn genügt. Erzählt man diesen vom momentanen «Zügeln», wird man vermutlich einen verwirrten bis leicht mitleidigen Blick ernten. Zügeln wird in Deutschland nämlich nur im Zusammenhang mit «bremsen, zurückhalten» gebraucht.

Zur Erheiterung hingegen führt, wenn man in einer rumänischen Runde auf den Geburtstag eines Kollegen anstösst und dabei laut «Prost!» ruft. Das «prost» aus dem Rumänischen heisst übersetzt nämlich so viel wie «doof».Reist man etwas weiter, nach Holland, heisst es noch mehr aufgepasst. Denn durch die enge Verwandtschaft der deutschen mit der niederländischen Sprache gibt es hier auffallend viele Wortpaare, deren Freundschaft doch nicht so aufrichtig ist. Wenn ein Holländer zum Beispiel auf seinen Kopf zeigt und «doof [dof]» sagt, will er damit andeuten, dass er taub ist.

Sehr spannend ist folgende Erkenntnis: Falsche Freunde brauchen es nicht ewig zu sein, es kann auch eine tiefe Verbundenheit entstehen. So hatte zum Beispiel «realisieren» im Deutschen bis vor einiger Zeit nur die Bedeutung von «verwirklichen, umsetzen». Heute wird «realisieren» durch die häufige und wiederholt falsche Verwendung durchaus auch im Sinne von «wahrnehmen, bemerken, erkennen» verwendet, angelehnt an das englische «to realize/realise». Sogar der Duden hat diese Bedeutung mittlerweile übernommen. Zu hoffen bleibt, dass sich diese Erkenntnis nicht auf das wahre Leben übertragen lässt. Zu erschreckend der Gedanke, man könnte sich an einen falschen Freund gewöhnen und ihn sogar den «richtigen» Freunden vorziehen.

Zwar kein falscher Freund, aber trotzdem ins Fettnäpfchen treten kann, wer etwa in Kuba eine hübsche Frau mit einem Kompliment beglücken will. So bedeutet «una chica guapa» in Havanna ein aggressives/wildes Mädchen – ganz im Gegensatz zu Spanien, wo sich dadurch durchaus einer Frau ein Lächeln aufs Gesicht zaubern lässt.

Quelle: wikipedia.org

Wort der Woche – das Telefon

6. September 2013

telefon_altWir sind die Generation Telefon, genauer gesagt die Generation Smartphone. Egal, wohin man schaut alle haben ihr Telefon ständig in den Händen: telefonieren, whatsappen oder hören Musik. Noch vor wenigen Jahren waren Mobiltelefone eine seltene Besonderheit. Mittlerweile ist ein Leben ohne den ständigen Begleiter Telefon nicht mehr vorstellbar. Aber auch bei mir im daily business drehte sich in den vergangenen zwei Wochen alles ums Telefon. Wieso das?

Die TRANSLATION-PROBST AG war vorletzte Woche während dreier Tage an der SuisseEMEX und stellte dort an einem Aussen- und Innenstand aus (wir haben darüber gebloggt). Die drei Tage gingen ruckzuck vorbei, aber nach der Messe fühlt sich wie vor der Messe an. Unmengen an Arbeit! Denn nun müssen alle gemachten Kontakte auch genutzt werden bzw. das grosse Nachfassen beginnt. Das heisst von morgens bis abends nichts anderes als telefonieren. Während der vergangenen zwei Wochen waren nicht Diamanten meine besten Freunde, nein, während der vergangenen zwei Wochen war das Telefon mein bester Freund. Meiner Meinung nach Grund genug, das Telefon zum Wort dieser Woche zu küren. Doch seit wann gibt es diesen Apparat und woher kommt die sprachliche Bedeutung?

Das Telefon entstand während des 19. Jahrhunderts, und bei der Entwicklung des ersten Telefonapparates waren mehrere Personen beteiligt. 1877 erlangte Alexander Graham Bell, einer der Mitgründer, das amerikanische Patent für sein Telefon und gründete die Bell Telephone Company. Im Anschluss an die Gründung dieser Firma fanden die Apparate langsam ihren Weg über den Atlantik in die Schweiz.

Etwas Lustiges rund ums Telefon möchte ich Ihnen an dieser Stelle nicht vorenthalten: „Das Pferd frisst keinen Gurkensalat!“ – Wer kennt diese Aussage? Niemand. Okay, das ist der Hintergrund dieser kuriosen Aussage: Um die Übertragungsqualität des Telefonapparates zu testen, nahm Philipp Reis, ebenfalls ein Mitgründer des Telefons, Verbindung mit einem Freund auf. Die Worte sollten für den Fall, dass sie unvollständig ankämen, unmöglich zu erraten sein. Die Geschichte besagt, dass Reis’ Schwager am Telefon im Garten ein Buch vorlas und Reis dem Publikum laut den Text wiederholte, den er dem Empfänger abgelauscht hatte: Deshalb ging ich selbst in den Raum, in dem das Telefon stand, und sprach einige Sätze wie „Die Sonne ist von Kupfer“ oder „Das Pferd frisst keinen Gurkensalat“. Reis verstand zwar nicht genau, was das Pferd frisst, und dachte, die Sonne sei aus Zucker, aber dennoch überzeugte dieser Test des Telefonapparates alle Beteiligten.

Die sprachliche Bedeutung von «Telefon» und deren Herkunft ist laut Duden die folgende: Ein Telefon, früher auch Telephon (von altgriechisch τῆλε tēle «fern» und φωνή phōnē «Laut, Ton, Stimme, Sprache»; auch Fernsprechapparat FeAp) ist einerseits «ein Apparat (mit Handapparat und Wählscheibe oder Drucktasten), der über eine Drahtleitung oder über eine Funkverbindung Gespräche über beliebig grosse Entfernungen möglich macht». Andererseits wird auch ein Telefonanschluss Telefon genannt.

Für mich war das Telefon während der letzten zwei Wochen neben dem bestem Freund manchmal auch ein Störenfried, Nervtöter oder Zeiträuber. Dennoch war das Nachfassen der Messekontakte eine spannende Erfahrung, und das Telefon wird bis zur nächsten Messe wieder von den Diamanten abgelöst. Allerseits ein schönes Wochenende und bis zum nächsten Wort der Woche.

Wieso tragen Marken die Namen, die sie tragen?

9. August 2013

Wir kennen sie alle – «Coca Cola», «Apple» oder «Google». Weltweit existieren unzählige Marken mit ihren Namen. Doch wie sind diese Markennamen entstanden und welches ist ihre Bedeutung?

Markennamen_Coca Cola Markennamen_AppleMarkennamen_IBMMarkennamen_GoogleMarkennamen_Microsoft

Einerseits entstanden Markennamen aus reiner Intuition, andererseits wurden verschiedene Möglichkeiten der Namensgebung auf Herz und Nieren geprüft. Das aktuelle Wort der Woche beschäftigt sich mit den Top 5 der bekanntesten und wertvollsten Markennamen. Uns interessiert aber nicht nur, welche das sind, sondern auch, woher ihre Namen stammen.

1.    Coca Cola
Der Name des bekanntesten Getränks der Welt entstand auf der Grundlage der zwei ursprünglichen Zutaten: «Kokablätter» und «Kolanüsse».

2.    Apple
Der weltbekannte Computerhersteller hat seinen Namen seinem Gründer Steve Jobs zu verdanken. Er war damals ein sogenannter Frutarier und befand sich unter einem enormen Zeitdruck, einen Firmennamen zu finden. So entstand spontan der Name «Apple Computer».

3.    IBM
«IBM» steht für International Business Machines und ist das weltgrösste Unternehmen der Informationstechnologie-Branche. «IBM» verfügt über ein breites Spektrum an Computersystemen, Software, Netzwerken, Speichertechnologie bis hin zu Mikroelektronik.

4.    Google
«Google», die weltweit grösste digitale Suchmaschine, erhielt ihren Namen aufgrund eines Wortspiels: Eward Kastner, ein US-amerikanischer Mathematiker, bat seinen 8-jährigen Neffen bei einem Spaziergang, ein Wort für eine Zahl mit einer 1 und 100 Nullen zu erfinden. Der Junge antwortete spontan: «Googol».
Larry Page und Sergey Brin, die beiden Gründer der digitalen Suchmaschine, formten daraus den Namen «Google». Er reflektiert ihnen zufolge die Mission einer Suchmaschine: eine immense, unendlich erscheinende Menge verfügbarer Informationen im Internet zu organisieren.

5.    Microsoft
Die Grundlage für den Firmennamen des amerikanischen Softwareunternehmens «Microsoft» war der Begriff «microcomputer software». Die beiden damaligen Studenten und Gründer des Unternehmens, Paul Allen und Bill Gates, leiteten davon die Abkürzung «Microsoft» ab.

Quellen:
Interbrand (2013)
http://www.interbrand.com/de/Default.aspx, [Stand: 09.08.2013, 16:00]
Markenlexikon (2013)
http://www.markenlexikon.com/produkte_a.html, [Stand: 09.08.2013, 16:00]

Möchten Sie mehr über die unzähligen Markennamen und deren Herkunft erfahren? Dann empfehlen wir die zwei folgenden Links: Interbrand und Markenlexikon.

Wort der Woche: Alles OK?

26. Juli 2013

Okay Wort der WocheUnser aktuelles Wort der Woche gilt als die bekannteste Abkürzung der Welt. Kaum ein Wort ist so universell verständlich wie dieses Synonym für «alles in Ordnung».

Erstmals ist «okay» 1954 mit dem Vermerk «Herkunft ungeklärt» im Duden zu finden. Und auch in der neuesten Auflage des Dudens hat sich an der Angabe der Herkunft nichts geändert. Unzählige Theorien versuchen Licht in die Herkunft dieser Abkürzung zu bringen. Und auch bei der Schreibweise sind mehrere Varianten verbreitet: Alles O.K., o.k., OK oder doch okay?

Theorien weltweit
Den Ursprung des Wortes versuchten Linguisten in den unterschiedlichsten Sprachen zu finden. So soll beispielsweise das Wort «okeh» aus der Sprache der Choctaw-Indianer (wird als gesprochenes Ausrufezeichen an Hauptsätze gehängt) die Quelle unseres heutigen «Okay» sein. Auch im Griechischen versuchten die Forscher ihr Glück: Hier wurden sie in «ola kala» (alles gut) fündig. Nicht zuletzt sollen die Römer die Schöpfer des Wortes gewesen sein, denn das lateinische Kürzel für «omnia correcta» (alles korrekt) erscheint auf den ersten Blick plausibel.

«oll korrect»
Doch die am weitesten verbreitete These ist die folgende: Mitte des 19. Jahrhunderts war es in Boston, New York und auch New Orleans Mode, Abkürzungen für alltägliche Ausdrücke absichtlich falsch zu schreiben. Dazu gehörten beispielsweise KY «know yuse» (no use) oder KG «know go» (no go) − und eben auch OK «oll korrect» (all correct).
Die meisten dieser Trendwörter verschwanden im Laufe der Jahre, das «Okay» aber blieb. Der Grund dafür soll im Präsidentschaftswahlkampf von 1840 zu finden sein. Der amtierende amerikanische Präsident, Martin van Buren, dessen Spitzname Old Kinderhook (nach seinem Heimatort) war, kandidierte gerade für seine zweite Amtszeit. Mit der Gründung des OK Clubs durch van Burens Anhänger bekam die Abkürzung eine doppelte Bedeutung. Daraufhin verbreitete sich das OK in ganz Amerika und in weiterer Folge über die Grenzen hinaus.

Ungeachtet seiner Herkunft wird unser «Okay» auch in Zukunft in aller Munde sein. Ob am Ende einer Frage, um einen Nachdruck zu verleihen, oder am Satzanfang, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, oder als neutrale Bezeichnung für etwas, das wir weder besonders gut noch besonders schlecht finden – es ist eben okay!