Archiv

Artikel Tagged ‘Wörterbuch’

Wörter der Woche: Shampoo, Kajak und Co. – «Exotische» Lehnwörter im Deutschen

2. August 2013

Lehnwörter weltweitUnzählige Lehnwörter und Neologismen aus dem Englischen haben den Weg in die deutsche Sprache gefunden. Doch obwohl das Englische in Sachen Lehnwörter vor allem in Zeiten des Internets die Gebersprache Nummer 1 ist, stammen unzählige Wörter aus den verschiedensten Sprachen der Welt.

Diese Woche stellen wir gleich mehrere Wörter vor. Genauer gesagt, nehmen wir Wörter unter die Lupe, die eine sehr lange Reise hinter sich haben, bis sie es in unsere Wörterbücher geschafft haben. Oftmals kamen unsere Wörter der Woche auch auf Umwegen über verschiedene Sprachen in den deutschen Sprachgebrauch.

Hätten Sie beispielsweise gewusst, dass…

Shampoo zwar eine direkte Entlehnung aus dem Englischen to shampoo («Haare waschen») ist, ursprünglich jedoch auf den Imperativ «chāmpnā» (Hindi) «drücken» (im Sinne von «die Kopfhaut massieren») zurückzuführen ist?

Tabu aus dem Französischen und Englischen tabou bzw. taboo entlehnt wurde, der Begriff selbst jedoch aus dem polynesischen Sprachraum stammt? Zunächst war «tapu» die Bezeichnung für geweihte, unberührbare Dinge, die einem weltlichen Zugriff verschlossen waren.

Safari im 20. Jahrhundert unter dem Einfluss des Englischen aus dem Suaheli entlehnt wurde, jedoch ursprünglich auf «safar» (das arabische Wort für Reise) zurückgeht?

Kajak aus der Sprache der Inuit (Eskimo) stammt? In ihrer Sprache bedeutet « qajaq» so viel wie «einsitziges Männerboot».

(Quellen: Kluge F. (2002): Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprachen; www.dwds.de)

Die Liste solcher Wörter liesse sich beliebig fortsetzen. Sie zeigt auch, wie sehr unsere Sprache von Begriffen aus anderen Sprachen geprägt wird – meistens ohne, dass dies uns als Sprecher dieser Sprache bewusst ist.

Wer neugierig geworden ist und die Herkunft unterschiedlicher Wörter nachschlagen möchte, kann dies auf der Online-Plattform www.dwds.de tun.

Duden Neuauflage 2013: Shitstorm, QR-Code, Digital Native und Co.

9. Juli 2013

Duden Neuauflage 2013Immer mehr neue Wörter aus der digitalen Welt schaffen es in unseren alltäglichen Sprachgebrauch. Denn neue Erfindungen im technologischen Bereich ziehen auch immer neue Begriffe nach sich.

Diese neugebildeten Begriffe werden in der Linguistik als Neologismen bezeichnet und spiegeln so die rasante Entwicklung in den Bereichen wider, aus denen sie stammen. Viele der Wortschöpfungen kommen aus dem Englischen und werden 1:1 ins Deutsche übernommen. So auch der Shitstorm, der eine Empörungswelle im Internet bezeichnet. Für Digital Natives (auch in der 26. Auflage) nichts Neues, wirkliche Duden-Neulinge sind dagegen die Begriffe Social Media, Facebook, E-Reader und QR-Code. Insgesamt wurden in der aktuellen Auflage circa 5 000 neue Wörter aus den unterschiedlichsten Bereichen berücksichtigt.Duden Terminologie Shitstorm

Doch wie kommt ein neues Wort überhaupt in den Duden?
Für die Aufnahme in den Duden muss ein Wort drei Kriterien erfüllen: Verbreitung, Häufigkeit und Dauer. In einem riesigen Datenspeicher, dem sogenannten Dudenkorpus, sind Texte aus den unterschiedlichsten Medien zu finden. Diese Zeitschriften, Bücher, Reden, Webtexte, Interviews usw. werden dann mithilfe modernster Technologien auf neue Wortschöpfungen durchforstet. Auch wenn ein Neologismus alle Voraussetzungen erfüllt, entscheidet schliesslich doch die Dudenredaktion, ob der jeweilige Begriff einen Eintrag im Duden erhält. Genaueres zum Duden-Aufnahmeverfahren ist auf YouTube zu finden.

Sprache im stetigen Wandel
Schon an der Anzahl der neuen Begriffe in der neuen Dudenausgabe erkennt man, dass die Sprache kein starres Gebilde ist, sondern sich laufend den Veränderungen in unserer Gesellschaft anpasst. So ist es nicht verwunderlich, dass auch einige bisherige Begriffe ihren kommunikativen Zweck nicht mehr erfüllen und es nicht mehr in die neueste Auflage des Dudens geschafft haben. Zu diesen Wörtern zählen beispielsweise schnadern (viel reden) oder beziehentlich (bezüglich) und Mistigkeit (Art, Beschaffenheit).

Hätten Sie gewusst, was diese Begriffe bedeuten?