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(Deutsch) Wort der Woche – Koalition

Nach dem letzten Wahlsonntag in Deutschland steht erst einmal fest, dass Angela Merkel die strahlende Siegerin ist. Jetzt beginnt allerdings die Suche nach einer neuen deutschen Regierung, und das Wort «Koalition» fällt wieder unzählige Male am Tag. Deshalb wurde es zum Wort der Woche erkürt.

Zuerst einmal: Was bedeutet eigentlich das Wort «Koalition»? Abgeleitet wurde das Wort aus dem lateinischen Verb „coalescere“, das «zusammenwachsen», «verschmelzen» oder «sich einigen» bedeutet. Ins Deutsche kam der Begriff im 18. Jahrhundert, und zwar übers französische „coalition“. Eine Koalition − das Wort kann auch «Bündnis» oder «Verbindung» heissen − ist im heutigen politischen Sprachgebrauch als «Parteibündnis zum Zweck der Regierungsbildung» bekannt. Wobei diese Bedeutung zum ersten Mal im England des 18. Jahrhunderts verwendet wurde. Dies ist erstaunlich, da damals oft Folgendes zitiert wurde: „England does not love coalitions.“

Perfekte Positionierung
Es mag ein linguistisches Spiel des Zufalls sein, dass das Wort «Koalition» im «Etymologischen Wörterbuch des Deutschen» zwischen «knutschen» und «Knüttel» sowie «Kobald» und «Koben» eingebettet ist. Knutschen wird als «liebkosend an sich drückend, heftig küssen, drücken, pressen oder quetschen» bezeichnet. Im Gegensatz dazu wird ein Knüttel auch «Stock mit verdicktem Ende, Knüppel oder Keule» genannt. Allerdings scheinen die Bedeutungen im Vergleich zu den heutigen politischen Koalitionen weniger zufällig als realistisch zu sein. Zwar drücken sich die Parteien nicht liebkosend an sich oder schlagen sich gegenseitig mit dem Knüppel, dennoch werden sie oft zusammengepresst und vor Neuwahlen mit einer imaginären Keule leicht bedroht.
Des Weiteren wird «Kobald» als «wertlos gehaltenes Metall» definiert, das nicht das erwartete Produkt ergab, und «Koben» wird heute als «Stall, Käfig oder Höhlung» verstanden. Bezüglich der heutigen politischen Koalitionen führen manchmal sogar die besten Bündnisse nicht zum erwarteten oder gewünschten Resultat. Zudem fühlt sich der eine oder andere Partner einer Koalition oftmals auch in einem Käfig eingesperrt.
Quelle: von Münch, I. (1992). Rechtliche und politische Probleme von Koalitionsregierungen. Berlin/New York: Walter de Gruyter.

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