Wort der Woche «Bitcoin»

Bitcoin steht nicht im Duden. Man kann es nicht sehen, hören, riechen, schmecken oder fühlen. Und trotzdem existiert es. Die Rede ist hier nicht von einem Gespenst, sondern von einer Währung.

Starker Franken, schwacher Euro – warum nicht mal auf eine andere Währung vertrauen? Bitcoin ist eine digitale Geldeinheit und weltweit verfügbar. 2009 von Satoshi Nakamato eingeführt, ist sie die erste «Start-up-Währung» überhaupt.

Dudeneintrag Bitcoin

Bei Bitcoin weiss auch der Duden nicht weiter.

Bitcoin unter der Lupe
Der Name der digitalen Geldeinheit ist ein zusammengesetztes Wort, bestehend aus «Bit» und «Coin». «Bit» wird einerseits in der Informatik verwendet und ist die Masseinheit für die kleinste Informationseinheit, die auf Computern dargestellt werden kann. Andererseits wurde das Wort auch im Finanzbereich verwendet: «Bit» (Stückchen) hiessen die kleinen Münzen und die Geldeinheit Nordamerikas. Von 1904 bis 1917 war Bits zudem eine Währung in Dänisch-Westindien. Coin stammt aus dem Latein-Englischen-Amerikanisch und steht für «Münze» oder «Prägung».

Wie funktioniert Bitcoin?
Das Besondere an Bitcoin ist seine Anbieterunabhängigkeit. Das heisst, hinter der Währung steckt weder eine Bank noch ein anderes Finanzinstitut, das die Geldflüsse überwacht, sondern ein dezentrales Peer-to-Peer-Netzwerk. Über Online-Wechselstuben, Online-Börsen oder sogar Bitcoin-Automaten kann man «echtes» Geld in Bitcoins tauschen. Zudem akzeptieren bereits einige Händler die digitale Währung. Mit Bitcoins kann man sich beispielsweise Schmuck, iTunes Guthaben oder Tennisstunden kaufen.

Jeder Bitcoin-Nutzer hat eine Wallet (Portemonnaie). Darin enthalten ist die Bitcoin-Adresse, die aus einem Schlüsselpaar besteht. Ein Schlüssel ist öffentlich, einer privat. Der öffentliche Schlüssel ist vergleichbar mit einer Postkontonummer, mit ihm lassen sich die Transaktionen durchführen. Der private Schlüssel dient als Besitznachweis der Bitcoin-Adresse. Wird der private Schlüssel ausgehändigt, ist es, als würde man sein Portemonnaie mit den gesamten Ersparnissen verschenken.

Keine Transaktionsgebühren
Der grösste Vorteil ist wohl, dass ein Geldbetrag zu jedem Zeitpunkt an einen beliebigen Ort auf dieser Welt gesendet werden kann – ohne Verzögerung. Da Bitcoin unabhängig ist, fallen die Transaktionsgebühren weg. Dank der verschlüsselten Empfängeradresse kann ausserdem ein hoher Grad an Anonymität gewährleistet werden.

Bleibt die Sicherheit auf der Strecke?
Wie sicher Bitcoin ist, darüber scheiden sich die Geister. Einige sagen, es sei sicherer als Online-Banking, andere haben Angst vor Hackerangriffen. Fakt ist, dass Bitcoin eine stärkere Verschlüsselungstechnologie benutzt als Online-Banking-Tools. Wird es jedoch nicht richtig gehandhabt, ist der private Schlüssel schnell verloren und damit auch das ganze Bitcoin-Vermögen. Zudem ist Bitcoin heute noch eine sehr volatile Währung, weil sie aufgrund der geringen Akzeptanz sehr schnell auf Ereignisse reagiert und dadurch grosse Schwankungen durchlebt.

Bitcoin hat schon einige Fans und überzeugte Nutzer. Wir sind gespannt, ob es ein unangetastetes Gespenst bleibt oder die ganze Welt in Bann zieht. Haben Sie schon Erfahrungen mit der digitalen Währung gemacht?

  1. 27 Апрель 2015 в 10:04 | #1

    Gratulation zu diesem sehr guten Artikel. Ich habe zwar persönlich noch keine Erfahrungen mit Bitcoins gemacht, habe darüber aber schon einige positive Meldungen vernommen. Bin selbst darauf gespannt, ob es sich durchsetzen wird.

  2. 27 Апрель 2015 в 10:59 | #2

    Vielen Dank Georg. Auch wir sind gespannt, wie sich Bitcoin entwickelt.

  3. Matthias H
    7 Май 2015 в 18:14 | #3

    Ich habe schon sehr viel Erfahrung mit Bitcoins gemacht. Einiges verdient und einiges verloren, selber geminte und gehandelt. Bitcoins lassen sich hervorragend benutzen um Gelder von A nach B zu verschieben ohne den Weg über Banken gehen zu müssen, Kredite zu vergeben und in Ländern die Probleme mit Wechselstuben etc. haben einen Umweg zunehmen um an seine Heimat oder Fremdwährung zu kommen. Wer also Waren, egal ob virtuell oder real erwerben möchte oder Personen für seine Dienstleistung bezahlen möchte kann das über diesen Weg machen. Und wer doch Euro’s oder Doller benötig kann das mittlerweile rechtschnell auf Einweg-Kreditkarten und darüber über Geldautomaten einwechseln und auszahlen lassen und das bis zu 100% Anonym.
    Nicht umsonst ist solch eine (unregulierbare) Währung eine Gefahr für den gesamten Bankmarkt. Und wer glaubt dass solch eine „Cyberwährung“ nicht bestehen kann, der glaub auch nicht daran dass man Post via Elektronischenweg versenden kann.

  4. 8 Май 2015 в 07:49 | #4

    Lieber Mathias H.

    Vielen Dank für Deinen persönlichen Erfahrungsbericht!

    Treffsichere Grüsse
    Professor Tell

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